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Internationales Alfred-Döblin-Kolloquium Cambridge 2017

Natur, Technik und das (Post-)Humane in den Schriften Alfred Döblins

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Edited By Steffan Davies and David Midgley

Das Verhältnis Mensch – Natur und das Leben in einer technisierten Welt sind Themenbereiche, die Alfred Döblin in seinen Erzählwerken und Essays immer wieder – und in mannigfaltigen Beziehungen – erkundet hat. Die hier versammelten Beiträge bieten neue Einsichten in die Entwicklung von Döblins Natur- und Weltauffassung. Sie befassen sich mit seiner Aufarbeitung der mit der Technik verbundenen Wissenskultur und sozialer Praxis, mit den Beziehungen zwischen seiner Thematik und aktuellen Erörterungen des ‚Posthumanen’ sowie mit Aspekten seiner Erzählpraxis und ethischen Orientierung, die mit diesen Themen verbunden sind. Der Band dokumentiert das 21. Internationale Alfred-Döblin-Kolloquium, das 2017 zum Thema „Natur, Technik und das (Post-)Humane in den Schriften Alfred Döblins" in Cambridge, England, tagte.

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Swen Schulte Eickholt: Ent-fesselte Natur. Zur Symbiose von Technik und Natur in Döblins Märchen vom Materialismus

Ent-fesselte Natur. Zur Symbiose von Technik und Natur in Döblins Märchen vom Materialismus

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Swen Schulte Eickholt

Abstract: Im bislang wenig erforschten Kunstmärchen Märchen vom Materialismus führt Döblin das Verhältnis von Natur und Technik zu einer neuen Synthese. Hat Döblin besonders in seinem Frühwerk das Verhältnis des Menschen zur Natur als Kampf gedacht, der nicht zuletzt mit den Mitteln der Technik und des Fortschritts geführt wird, so denkt er im Märchen die Technik als Teil der Natur. In dem konzentrierten Text kritisiert Döblin die fehlende ethische Grundlage des menschlichen Verhältnisses zur Natur und plädiert eindeutig für eine mehr als utilitaristische Art, die Technik anzuwenden. Der Mensch ist das einzige Wesen, dem es nicht gelingt, einen Platz innerhalb der Natur einzunehmen. Die Kritik an dieser supranaturalistischen Haltung ist auch für den gegenwärtigen Diskurs von zentraler Bedeutung.

Keywords: Natur, Naturmythos, Technik, Ethik, Märchen, Materialismus

„Lange war alles gutgegangen.“1 So beginnt Döblins kleines Märchen vom Materialismus, das damit sogleich einer anderen Zeitform unterliegt als jene Geschichten, die mit Es war einmal beginnen. Der Erzähler hat den langen Atem des Epikers und widmet sich – wie bei Döblin nicht anders zu erwarten – nicht Einzelschicksalen, sondern stellt gleich fest: „wir reden von der Welt, der Natur“ (MvM 429). Von dieser Welt erzählt er im klassischen Dreischritt romantischer Kunstmärchen: Von der vergangenen Harmonie früherer Tage, über den gegenwärtigen Mangelzustand bis hin zu einer neuen Harmonie.2 Doch wo die Fr...

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