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Simpliciana XLII (2020)

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Edited By Peter Hesselmann

Der XLII. Jahrgang der Simpliciana enthält die Vorträge, die während der Tagung der Grimmelshausen-Gesellschaft zum Thema „Dispositionsformen und Ordnungsvorstellungen bei Grimmelshausen und in der Literatur der Frühen Neuzeit“ Anfang August 2020 in Münster gehalten wurden. Zusätzlich werden fünf Beiträge veröffentlicht, die sich dem Werk Grimmelshausens aus verschiedenen Perspektiven nähern.

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Zur Darstellung devianter Personengruppen als Form der Einheit in den simplicianischen Schriften Grimmelshausens

Zur Darstellung devianter Personengruppen als Form der Einheit in den simplicianischen Schriften Grimmelshausens

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CHRISTIAN LOOS (Münster)

Eine detaillierte Untersuchung der Darstellung randständiger und stigmatisierter – in diesem Sinne devianter – Personengruppen der frühneuzeitlichen Gesellschaft in den Schriften Grimmelshausens liegt bis dato nur in vereinzelten Beiträgen vor. Eine ältere Studie hat zwar die „sozialen Ideen“1 bei Grimmelshausen hinsichtlich der Personengruppen der Bauern, armen Leute und Soldaten zum Gegenstand, setzt sich aber mit dem weitreichenden und multidimensionalen Phänomen der literarischen Darstellung randständiger Personengruppen nicht auseinander. Dasselbe gilt für jüngere Beiträge, in denen es langläufig um eine Art Parteinahme Grimmelshausens für marginalisierte und stigmatisierte Randgruppen der barocken Ständegesellschaft geht.

Sowohl der Begriff der Darstellung als auch das naheliegende Wortfeld der Repräsentation werden fachspezifisch verschieden und – wie etwa in den postkolonialen Studien – kontrovers diskutiert. Generell finden sich in der hier angebrachten Untersuchung Anklänge an postkoloniale Denkfiguren, wenn es um ein Begriffs- und Analyseset geht, mit dem man das Phänomen sogenannter Fremddarstellung untersuchen kann. Allerdings bleibt der hier versuchte Problemaufriss auf Distanz zum philosophischen als auch postkolonialen Bedeutungsfeld der Repräsentation. Geht es nämlich um die Frage nach der Darstellungsart des „Fremden“ und „Exotischen“ in Romanen wird häufig die literarisch bedingte Fiktionalität in der Faktizität des Fiktionalen und die Vielschichtigkeit des Diegetischen weder geklärt noch hinreichend diskutiert. Die Textsorten werden unzureichend berücksichtigt. Möchte man dem verständlichen Anspruch folgen, „exotisierende“ Fremddarstellungen kritisch zu beleuchten, dann ist eine Auseinandersetzung mit der Textsorte eine notwendige...

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