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Simpliciana XLII (2020)

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Edited By Peter Hesselmann

Der XLII. Jahrgang der Simpliciana enthält die Vorträge, die während der Tagung der Grimmelshausen-Gesellschaft zum Thema „Dispositionsformen und Ordnungsvorstellungen bei Grimmelshausen und in der Literatur der Frühen Neuzeit“ Anfang August 2020 in Münster gehalten wurden. Zusätzlich werden fünf Beiträge veröffentlicht, die sich dem Werk Grimmelshausens aus verschiedenen Perspektiven nähern.

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Zu Einheit, Autorschaft und Fiktionalität in den Paratexten des Arminius-Romans Daniel Caspers von Lohenstein

Zu Einheit, Autorschaft und Fiktionalität in den Paratexten des Arminius-Romans Daniel Caspers von Lohenstein

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KATHARINAWORMS (Heidelberg)

Dem ohngeachtet weiß ich Leute, die vorgegeben, Lohenstein habe wieder die Eintzelnheit oder Unität der Handlung gröblich verstossen. […] Solte allenfalls der Herr von Lohenstein hierinne gefehlet haben, würde solches daher rühren, daß er sich vorgenommen, das Wahre, so die Vorwelt von seinem Helden gesaget, mit keinem Gedichte zu vertauschen.1

Der Vorwurf von Unordnung und Episodenhaftem, die dagegen gesetzte Betonung von Einheit eines Werkes, der Anspruch auf Wahrheit sowie das Spiel mit konkurrierenden Autorschaftskonzepten scheint für die epische Gattung, das heißt, für das Epos und auch für den Roman als einem ‚Epos‘ in ungebundener Sprache seit jeher, aber insbesondere in der Diskussion um den Arminius-Roman Daniel Caspers von Lohenstein eine große Rolle zu spielen.2

Spaltete schon die Frage nach Einheit und Einheitlichkeit der Homerischen Epen die literaturgeschichtliche Rezeption in ‚Analytiker‘ und ‚Unitarier‘ und stellte das Autorschaftskonzept Homer zur Diskussion, gab es in der Rezeptionsgeschichte des Arminius offenbar ebenfalls die Vertreter einer sogenannten Werk-‚Unität‘ und diejenigen, die dem Werk Monstrosität und eine chaotische Disposition vorwarfen.

Den Fragestellungen von Einheit, Autorschaft und Fiktionalität soll in diesem Beitrag für den Arminius-Roman Lohensteins nachgegangen werden: Wie wird die Vorstellung von Einheit und Geschlossenheit des Werkes für den Arminius begründet? Welche rhetorischen und poetologischen Äußerungen zur Komposition und Disposition des Arminius ←225 | 226→gibt es? Wie wird der Text zwischen Fiktionalität und Faktualität positioniert bzw. wie positioniert...

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