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Ethik in der Palliative Care

Theologische und medizinische Erkundungen

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Lea Siegmann-Würth

Palliative Care ist eine Antwort auf grundlegende Fragen der modernen Medizin: Wie weit wollen, sollen oder mMedizin: Wie weit wollen, sollen oder müssen wir Leben erhalten, verlängern und verbessern, wenn es von unheilbarer Krankheit, Alter oder Sterben begrenzt wird? Was wird für ein der menschlichen Würde und Freiheit gerecht werdendes Leben und Sterben gefordert? Ist alles medizinisch Machbare zu tun, oder widerspricht dies persönlichen und gesellschaftlichen Vorstellungen von einem guten Leben und Sterben? Und dort, wo die heutige Medizin an ihre Grenzen stösst, wie gehen wir mit dem Leiden und Sterben um? Welche Bedürfnisse stehen in diesen Situationen im Vordergrund? Wie kann ihnen für möglichst alle entsprochen werden? Was ist wesentlich in der Beziehung, in Haltung und Verhalten zueinander zwischen jenen, die unheilbar krank sind, die gehen müssen, vielleicht wollen, und jenen, die sie in dieser Situation betreuen und begleiten? Das Buch «Ethik in der Palliative Care» gibt Antworten auf diese Fragen, indem es umfassend die historischen, medizinischen, ethischen und theologischen Hintergründe von Palliative Care beschreibt und ihren Stellenwert im Schweizer Gesundheitssystem dokumentiert.

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7. Medizinisch-ethische Auseinandersetzung mit einzelnen Themen der Palliative Care 111

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111 7. Medizinisch-ethische Auseinandersetzung mit einzelnen Themen der Palliative Care 7.1 Kommunikation und Arzt-Patient-Beziehung 7.1.1 Die Kommunikation – ein Schlüsselbegriff in der Palliative Care Der Kommunikation kommt in der Medizin eine Schlüsselfunktion zu. Gerade in der Palliative Care, bei der mit dem Krankheitsverlauf zuneh- mend nicht mehr das medizintechnisch Machbare im Vordergrund steht, sondern die Begleitung und Betreuung, stellen das Gespräch und die Beziehung mit ihren verbalen und nonverbalen Elementen einen zentra- len Aspekt dar. Die Kommunikation findet auf verschiedenen Ebenen und mit verschiedenen Akteuren statt. Das Spektrum reicht von der Arzt-Patient-Beziehung über die Kommunikation innerhalb einer Orga- nisation, z. B. dem Spital, bis zu jener zwischen den Institutionen und den Verantwortlichen in staatlichen Behörden. Indem sich Palliative Care wesentlich als Teamansatz versteht, sind der Austausch zwischen den verschiedenen Fachpersonen wichtig: sowohl zur umfassenderen Wahrnehmung und Betreuung des Patienten als auch zur gegenseitigen Unterstützung in teilweise persönlich belastenden Situationen in der Begleitung von schwer Kranken und Sterbenden. Einzuschliessen sind die Angehörigen und weitere Bezugspersonen, z. B. ehrenamtliche Hel- ferinnen und Helfer. Vorausgesetzt, es entspricht dem Willen des Patien- ten, bedeutet dies, diese Personen angemessen zu informieren, in ihren Möglichkeiten der Betreuung anzuleiten und zu unterstützen und je nach Situation auch in Entscheidungsprozesse einzubeziehen. Letzt- lich geht es um eine interprofessionelle Kommunikation mit dem Patien- ten und seinen Angehörigen als einem konstitutiven Element medizini- schen Handelns. Jede Kommunikation oder zwischenmenschliche Beziehung steht vor dem Problem, dass das Innenleben, die Innenperspektive des Ge-...

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