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Ethik in der Palliative Care

Theologische und medizinische Erkundungen

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Lea Siegmann-Würth

Palliative Care ist eine Antwort auf grundlegende Fragen der modernen Medizin: Wie weit wollen, sollen oder mMedizin: Wie weit wollen, sollen oder müssen wir Leben erhalten, verlängern und verbessern, wenn es von unheilbarer Krankheit, Alter oder Sterben begrenzt wird? Was wird für ein der menschlichen Würde und Freiheit gerecht werdendes Leben und Sterben gefordert? Ist alles medizinisch Machbare zu tun, oder widerspricht dies persönlichen und gesellschaftlichen Vorstellungen von einem guten Leben und Sterben? Und dort, wo die heutige Medizin an ihre Grenzen stösst, wie gehen wir mit dem Leiden und Sterben um? Welche Bedürfnisse stehen in diesen Situationen im Vordergrund? Wie kann ihnen für möglichst alle entsprochen werden? Was ist wesentlich in der Beziehung, in Haltung und Verhalten zueinander zwischen jenen, die unheilbar krank sind, die gehen müssen, vielleicht wollen, und jenen, die sie in dieser Situation betreuen und begleiten? Das Buch «Ethik in der Palliative Care» gibt Antworten auf diese Fragen, indem es umfassend die historischen, medizinischen, ethischen und theologischen Hintergründe von Palliative Care beschreibt und ihren Stellenwert im Schweizer Gesundheitssystem dokumentiert.

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8. Palliative Care in der Schweiz 159

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159 8. Palliative Care in der Schweiz 8.1 Einleitende Bemerkungen Nicht zuletzt im Zusammenhang mit der Debatte um die Sterbehilfe, die Beihilfe zum Suizid und die Sterbehilfeorganisationen wurde die Palliative Care zu einem öffentlich diskutierten Thema.49 Eine vom Parlament überwiesene Motion beauftragte den Bundesrat, Vorschläge für die gesetzliche Regelung der Sterbehilfe und Massnahmen zur För- derung von Palliative Care zu formulieren. Der Bericht des Eidgenös- sischen Justiz- und Polizeidepartements (EJPD) vom 24. April 2006 hält die Bedeutung der Betreuung von Menschen am Lebensende, der damit zusammenhängenden Entscheidungen und der Palliative Care fest. Für den Staat gilt es, mit seinen Regelungen den Menschen, bezie- hungsweise das „höchste Rechtsgut, das menschliche Leben“ zu schüt- zen und das „unserer Rechtsordnung zugrunde liegende […] absolute Tötungsverbot“ zu beachten (EJPD 2006: 2). Der Bericht stellt fest, dass ein quantitativ und qualitativ zuneh- mend verbessertes Angebot im Bereich der Palliative Care in der Schweiz besteht. Doch das Angebot ist ungenügend. Es liegen grosse kantonale und geografische Unterschiede vor.50 Zumeist werden Pa- 49 Vgl. z. B. Löliger, Markus, „Sterbende haben eigene Sprache“. Der Schrei nach dem Sterbehilfe-Gift kann auch ein Hilferuf sein, in: Tagblatt. Ausgabe für den Kanton Thurgau, vom 12. 01. 2008, 16. Vorgestellt wird Monika Renz und ihre Arbeit und Erfahrungen als Leiterin der Psychoonkologie und Musik-Psycho- therapie am Kantonsspital St. Gallen. 50 Der Bericht bezieht sich auf die im Auftrag von palliative ch und der Schweize- rischen Krebsliga durchgeführte Studie von...

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