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Schweizer Kirchengeschichte – neu reflektiert

Festschrift für Rudolf Dellsperger zum 65. Geburtstag

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Edited By Ulrich Gäbler, Martin Sallmann and Hans Schneider

«Schweizer Kirchengeschichte – neu reflektiert» – unter diesem Titel vereinigt das vorliegende Buch die Vorträge des gleichnamigen Symposiums, das im November 2008 zum 65. Geburtstag von Prof. Dr. Rudolf Dellsperger in Bern veranstaltet wurde. Die Beiträge des Bandes widmen sich den neueren Forschungsergebnissen auf dem Gebiet der Schweizer Kirchengeschichte, dem der Jubilar in Forschung und Lehre in besonderer Weise verbunden ist. In Studien zu ausgewählten Fragen oder in Überblicken über breitere Themenkomplexe reflektieren sie den gegenwärtigen Stand der kirchengeschichtlichen Forschung in der Schweiz, richten den Blick auf weiterführende Ansätze und verweisen auf Desiderate und anstehende Aufgaben. Das Buch deckt dabei verschiedene Epochen sowie unterschiedliche Themenbereiche ab und dokumentiert damit zugleich den vielfältigen Charakter der Geschichte von Kirchen, Christentum und Religion in der Schweiz.

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MARKUS RIES Schweizer Katholizismus im 18. und 19. Jahrhundert. Forschungsstand und Perspektiven 243

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MARKUS RIES Schweizer Katholizismus im 18. und 19. Jahrhundert Forschungsstand und Perspektiven Die Epoche der Aufklärung und des Übergangs ins bürgerliche Zeitalter ist für die europäische Kirchengeschichte in vielfältiger Weise auf- schlussreich. Bezogen auf die Entwicklung von Institutionen und gesell- schaftlicher Ordnung, aber auch im Blick auf theologische Debatten und auf den Wandel von Selbstverständnis und Kultur ist die Zeit überaus vielgestaltig. Das kirchliche Alltagsleben war noch tief in der Frühen Neuzeit verwurzelt; sowohl Lebensgestaltung als auch äussere Ordnung waren im Rahmen dessen verankert, was das konfessionelle Zeitalter vorgegeben hatte. Trotz vielfältiger Entwicklungen, die sich anbahnten, liessen die katholischen Gebiete in vielen Teilen noch ein unverändert spätbarockes Gepräge erkennen. Als Musterbeispiel sind die Volksmis- sionen der Jesuiten zu nennen, welche zwischen 1700 und 1730 in der katholischen Eidgenossenschaft, in Bayern und in Italien eine bis dahin nicht gekannte Intensität erreichten und in einigen Fällen auch in regel- rechte Massenpsychosen ausarten konnten.1 Auch andere Indikatoren wie die kirchliche Bautätigkeit, die Entwicklung der Konversionen oder die Kontrolle der öffentlichen Kommunikation weisen in die gleiche Richtung. Kurze Zeit später begannen fundamentale Neuorientierungen, welche sich innerhalb einer einzigen Generation durchsetzen sollten: Die Aufklärung zog zwischen die Reihen der zivilen wie der kirchlichen Eliten neue Frontlinien, und für die kirchliche Praxis wurden Reformen in die Wege geleitet – mit und ohne Erfolg. Im bürgerlichen Zeitalter er- fuhr das Religiöse einen generellen gesellschaftlichen Bedeutungswan- del und -verlust; Neuorientierung...

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