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Schweizer Kirchengeschichte – neu reflektiert

Festschrift für Rudolf Dellsperger zum 65. Geburtstag

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Edited By Ulrich Gäbler, Martin Sallmann and Hans Schneider

«Schweizer Kirchengeschichte – neu reflektiert» – unter diesem Titel vereinigt das vorliegende Buch die Vorträge des gleichnamigen Symposiums, das im November 2008 zum 65. Geburtstag von Prof. Dr. Rudolf Dellsperger in Bern veranstaltet wurde. Die Beiträge des Bandes widmen sich den neueren Forschungsergebnissen auf dem Gebiet der Schweizer Kirchengeschichte, dem der Jubilar in Forschung und Lehre in besonderer Weise verbunden ist. In Studien zu ausgewählten Fragen oder in Überblicken über breitere Themenkomplexe reflektieren sie den gegenwärtigen Stand der kirchengeschichtlichen Forschung in der Schweiz, richten den Blick auf weiterführende Ansätze und verweisen auf Desiderate und anstehende Aufgaben. Das Buch deckt dabei verschiedene Epochen sowie unterschiedliche Themenbereiche ab und dokumentiert damit zugleich den vielfältigen Charakter der Geschichte von Kirchen, Christentum und Religion in der Schweiz.

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MARTIN WALLRAFF Karl Rudolf Hagenbach als Dogmenhistoriker 291

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MARTIN WALLRAFF Karl Rudolf Hagenbach als Dogmenhistoriker Im Sommersemester 1838 fand in Basel eine Lehrveranstaltung über ‹auserlesene Stücke aus den ältesten griechischen Homileten› statt. Man las hauptsächlich Origenes und Euseb. Dozent war der Kirchenhistoriker Karl Rudolf Hagenbach, der freilich zu klagen hatte: Es wäre nur zu wünschen, daß unter den Studierenden […] mehr Lust und Eifer für patristische Studien vorhanden wäre.1 Immerhin – fünf Studierende nahmen teil, von denen zwei später Profes- soren wurden und bis heute bekannt sind: Alois Emanuel Biedermann (1819–1885) und Jacob Burckhardt (1818–1897). Beide haben sich auch später zu ihrem Lehrer, dem (damals noch gar nicht so) ‹alten Hagen- bach›, geäussert und sind von ihm geprägt worden.2 Gerne wäre man dabei gewesen, als die Herren am Heuberg über Origenes und Euseb sprachen – oder vielleicht noch lieber ein Jahr später, im Sommersemes- ter 1839: da bot Hagenbach ein Repetitorium über Dogmengeschichte an. Diesmal freilich hatte Biedermann keine rechte Lust mehr; er ist 1 Jahresbericht des Frey-Grynaeischen Instituts, zitiert nach Ernst Staehelin: Johann Ludwig Frey, Johannes Grynaeus und das Frey-Grynaeische Institut in Basel, Basel 1947, 160. 2 Freilich in unterschiedlicher Weise. Während Biedermann sich später über seinen Lehrer distanziert und eher kritisch äusserte (vgl. Thomas K. Kuhn: Der junge Alois Emanuel Biedermann. Lebensweg und theologische Entwicklung bis zur «Freien Theologie» [1819–1844], Tübingen 1997, 356, siehe auch unten bei Anm. 40), hat Burckhardt sich gerne und dankbar an seinen Lehrer erinnert (vgl....

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