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Kindheit zwischen West und Ost

Kinderliteratur zwischen Kaltem Krieg und neuem Europa

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Edited By Gunda Mairbäurl and Ernst Seibert

Von der Nachkriegszeit bis zur sogenannten Wende, in einem Zeitraum dreier Generationen also, in dem ein vereintes Europa Wirklichkeit geworden ist, vollzog sich ein Wandel nicht nur der politischen und ökonomischen Verhältnisse, sondern auch im Verhältnis der Generationen zueinander. Dieser Generationenwandel, der im historischen Verständnis kaum zur Sprache kommt, widerspiegelt sich in Familiengeschichten und in der Literatur, nicht zuletzt in der Literatur für Kinder und Jugendliche in allen europäischen Ländern.
Die vorliegende Beitragssammlung dokumentiert ein Symposion von Kinder- und Jugendbuchfachleuten aus acht europäischen Ländern und geht der Frage nach, welche Ideen, Wünsche, Hoffnungen, aber auch Realitäten und kritischen Haltungen Kindern und Jugendlichen in dieser Zeitepoche literarisch vermittelt wurden und wie sich in der Kinder- und Jugendliteratur der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts auch Modernisierungsprozesse abzeichnen, die den gesellschaftlichen Wandel begleiten, reflektieren oder auch mit beeinflussen.

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Caroline Roeder (Deutschland) Berichte von Hacks und Kunze. Druckgenehmigungsverfahren und andere Maßnahmen gegenüber Kinder- und Jugendliteratur der DDR 43

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CAROLINE ROEDER (DEUTSCHLAND) Berichte von Hacks und Kunze. Druckgenehmigungsverfahren und andere Maßnahmen gegenüber Kinder- und Jugendliteratur der DDR Hinze und Kunze lebten in einem Leseland. Es kommt jetzt darauf an, sagte Kunze den Büchern, daß ihr die richtigen seid: da so viel Vertrauen in euch gesetzt wird. – Einigen Büchern gelang es bald, nichts als richtig zu sein […] (Braun 1983/2000, S. 218) Volker Braun kommentierte in seinen Prosaminiaturen Berichte über Hinze und Kunze (1983) das selbsternannte „Leseland“ DDR. Ironisch bezieht sich der Autor auf die vertrauensvollen Vorgaben, die gegen- über der Literatur gemacht wurden. Dass es im realexistierenden Sozi- alismus aber nicht allen Büchern gelang, „nichts als richtig zu sein“, darum wird es in diesem Aufsatz gehen. Die Kinder- und Jugendlite- ratur der DDR wird dabei in den Mittelpunkt gestellt werden. Doch zuerst soll der Begriff des Leselandes genauer betrachtet werden. Die Wortschöpfung geht auf den Schriftsteller Erwin Strittmatter zurück (Göhler 1990, S. 438). Vor allem aber ist der Begriff Eigen- programmatik der DDR. Unter „Leseland“ ist in erster Linie die Aufgabe und Bedeutung zu verstehen, die der Literatur innerhalb des Staates DDR eingeräumt und zugewiesen wurde. Ein Blick zurück in die Historie: Schon zu Beginn der noch jungen Republik wurde das Terrain des Leselandes abgesteckt. Bereits in den Anfangsjahren der Sowjetisch Besetzten Zone (SBZ) wurden die grundlegenden Koordi- naten der Kulturpolitik, des Literaturbetriebs und in diesem Sinne auch die ästhetischen Vorgaben für die Literatur der kommenden Jahrzehnte festgeschrieben. Die...

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