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Kindheit zwischen West und Ost

Kinderliteratur zwischen Kaltem Krieg und neuem Europa

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Edited By Gunda Mairbäurl and Ernst Seibert

Von der Nachkriegszeit bis zur sogenannten Wende, in einem Zeitraum dreier Generationen also, in dem ein vereintes Europa Wirklichkeit geworden ist, vollzog sich ein Wandel nicht nur der politischen und ökonomischen Verhältnisse, sondern auch im Verhältnis der Generationen zueinander. Dieser Generationenwandel, der im historischen Verständnis kaum zur Sprache kommt, widerspiegelt sich in Familiengeschichten und in der Literatur, nicht zuletzt in der Literatur für Kinder und Jugendliche in allen europäischen Ländern.
Die vorliegende Beitragssammlung dokumentiert ein Symposion von Kinder- und Jugendbuchfachleuten aus acht europäischen Ländern und geht der Frage nach, welche Ideen, Wünsche, Hoffnungen, aber auch Realitäten und kritischen Haltungen Kindern und Jugendlichen in dieser Zeitepoche literarisch vermittelt wurden und wie sich in der Kinder- und Jugendliteratur der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts auch Modernisierungsprozesse abzeichnen, die den gesellschaftlichen Wandel begleiten, reflektieren oder auch mit beeinflussen.

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Sarolta Lipóczi (Ungarn) Ungarische Kinder- und Jugendliteratur zwischen Tradition und Modernisierung. Zur komparatistischen Sichtweise 151

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SAROLTA LIPÓCZI (UNGARN) Ungarische Kinder- und Jugendliteratur zwischen Tradition und Modernisierung. Zur komparatistischen Sichtweise Wenn man das kinderliterarische Handlungs- und Symbolsystem ver- schiedener Länder nach denselben Aspekten untersucht, findet man in der Vielfalt immer Gemeinsamkeiten, die u.a. auch durch den ähnli- chen historisch-politischen Hintergrund, durch ähnliche Kindheits- bilder und durch die Übersetzungsliteratur zustande kommen. Die Entwicklungslinie ist durch die kulturelle Tradition der einzelnen Län- der sehr stark geprägt. Die europaweit gestartete Rezeptions- und Wirkungsforschung zu einzelnen Autorinnen und Autoren eröffnet Einblicke in die Unter- schiede und Gemeinsamkeiten der Kinder- und Jugendliteratur (KJL) der Länder in Europa. Als Beispiele sollen das Kästner-Projekt, initi- iert von Hans-Heino Ewers an der Johann-Wolfgang-Goethe Universi- tät Frankfurt am Main (vgl. Dolle-Weinkauf/Ewers 2002), und das Salten-Projekt, initiiert von Ernst Seibert an der Universität Wien (vgl. Blumesberger/Seibert 2005), genannt werden. Zur komparatistischen Sichtweise können auch die internationalen Forschungen, wie z.B. über die Darstellung der Kriegskindheit, initiiert von Hans-Heino Ewers an der Johann-Wolfgang-Goethe Universität Frankfurt am Main (vgl. Ewers 2005), und das Europa-Symposion „Kindheit zwischen West und Ost. Kindheitsbilder zwischen Kaltem Krieg und neuem Europa“, geleitet von Ernst Seibert, Universität Wien, viel beitragen. Eine große Herausforderung ist es, die gegenwärtige Situation der KJL des eigenen Landes im Prozess des Wandels zu beschreiben bzw. den Prozess des Wandels im Kontext der „europäischen“ KJL aufzu- zeigen. In meinem Beitrag befasse ich mich mit einigen Aspekten der ungarischen Kinder- und Jugendliteratur und weise dabei auf ihre...

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