Show Less

Geschichte der Gesamtsatzstrukturen vom Althochdeutschen bis zum Frühneuhochdeutschen

Series:

Franz Simmler and Claudia Wich-Reif

Gesamtsätze, ihre Strukturen und Funktionen wurden in der historischen Syntax des Deutschen bisher vernachlässigt. Ihre Behandlung ist das Ziel der neun Beiträge dieses Sammelbandes. Alle Arbeiten sind empirisch orientiert und berücksichtigen bisher noch nicht ausgewertete Materialien vom Althochdeutschen bis zur Gegenwartssprache. Theoretisch geklärt werden die Termini Gesamtsatz, Ganzsatz und Periode, das Verhältnis von Vers und Satz in der Bibelsprache und die Möglichkeiten der Ermittlung von Satzgrenzen bei Überlieferungen, in denen in der Gegenwartssprache bekannte Normen der Begrenzung nicht existieren. Neu ist die Verbindung von Syntax und Textlinguistik, indem die Relevanz der Gesamtsätze bei der Konstitution einzelner Textsorten wie Prosaroman, Erzählung, Zunftsatzung, Biographie, Bericht, Vision, Vita Christi und Ordensregel herausgearbeitet wird.

Prices

Show Summary Details
Restricted access

Syntaktische Weiterentwicklungen in der Zeitungssprache vom 17. bis zum 19. Jahrhundert Michel Lefèvre 153

Extract

Syntaktische Weiterentwicklungen in der Zeitungssprache vom 17. bis zum 19. Jahrhundert Michel Lefèvre 1. Einleitung Diese Untersuchung knüpft an mehrere Arbeiten über die Sprache in den deutschen periodischen Zeitungen des letzten Drittels des 17. Jahrhunderts an. Dabei konnte im Aufbau der Texte eine syntaktische Größe ermittelt werden, die zwar textsortenübergreifend in fast allen damaligen Texten fest- zustellen, aber doch in den Zeitungen besonders ausgeprägt ist, mit bestimm- ten semantischen und äußerungsstrukturellen Merkmalen, denen der Begriff ‚Satz‘ unseres Erachtens nicht in ausreichendem Maße Rechnung trägt. Ein Grund, weshalb wir bei dieser syntaktischen Größe nicht von ‚Satz‘ spre- chen, ist, dass er vor dem 18. Jahrhundert in den Grammatiken überhaupt nicht vorkommt,1 und daher nicht im Sprachbewusstsein der damaligen Sprecher vorhanden sein konnte. Wir setzen für das 17. Jahrhundert den Begriff ‚Periode‘ an, der im Folgenden kurz diskutiert und ausführlich defi- niert werden soll. Von diesem Punkt aus soll die Weiterentwicklung im 18. und 19. Jahrhundert untersucht werden, wobei wir unser Corpus von Zei- tungstexten aus dem 17. Jahrhundert mit einigen Ausgaben von Titeln von 1739 („Göttingische Zeitungen von Gelehrten Sachen“), 1743 („Dreßdnische Nachrichten von Staats-u. gelehrten Sachen“), 1755 („Göttingische Policey- Amts Nachrichten“), 1792 („Vorderösterreichische Provinzialnachrichten“), 1863 („Wöchentliche Anzeigen für das Fürstentum Ratzeburg“) ergänzen. Dieses erweiterbare Arbeitscorpus wurde zunächst rein diachronisch ange- legt, mit Textproben in Zeiträumen von etwa 50 Jahren, so dass einige be- merkenswert konkrete Entwicklungstendenzen ans Licht...

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.