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Geschichte der Gesamtsatzstrukturen vom Althochdeutschen bis zum Frühneuhochdeutschen

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Edited By Franz Simmler and Claudia Wich-Reif

Gesamtsätze, ihre Strukturen und Funktionen wurden in der historischen Syntax des Deutschen bisher vernachlässigt. Ihre Behandlung ist das Ziel der neun Beiträge dieses Sammelbandes. Alle Arbeiten sind empirisch orientiert und berücksichtigen bisher noch nicht ausgewertete Materialien vom Althochdeutschen bis zur Gegenwartssprache. Theoretisch geklärt werden die Termini Gesamtsatz, Ganzsatz und Periode, das Verhältnis von Vers und Satz in der Bibelsprache und die Möglichkeiten der Ermittlung von Satzgrenzen bei Überlieferungen, in denen in der Gegenwartssprache bekannte Normen der Begrenzung nicht existieren. Neu ist die Verbindung von Syntax und Textlinguistik, indem die Relevanz der Gesamtsätze bei der Konstitution einzelner Textsorten wie Prosaroman, Erzählung, Zunftsatzung, Biographie, Bericht, Vision, Vita Christi und Ordensregel herausgearbeitet wird.

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Gesamtsatzstrukturen und Teilsatzstrukturen in biblischen Textsorten und ihr Verhältnis zur in der 2. Hälfte des 16. Jahrhunderts eingeführten Verszählung Franz Simmler 215

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Gesamtsatzstrukturen und Teilsatzstrukturen in biblischen Textsorten und ihr Verhältnis zur in der 2. Hälfte des 16. Jahrhunderts eingeführten Verseinteilung Franz Simmler 1. Forschungsstand, Erkenntnisziel und Materialgrundlage In der 2. Hälfte des 16. Jahrhunderts entstehen zwei Verseinteilungen,1 die das bis dahin übliche Zitieren der Bibel nach Kapiteln ablösen. Die älteste und die heutige Verseinteilung bestimmende Verszählung stammt vom Pari- ser Buchdrucker Robert Stephanus, der sie in der lateinischen Übersetzung der Hebräischen Bibel von Sant Pagninus (Lyon 1527) vorfand und sie in seine französiche Bibel (Genf 1553), seine Vulgata-Ausgabe (Genf 1555) und seine Ausgabe der lateinischen Bibel des Pagninus (Genf 1557)2 bzw. in seine griechisch-lateinische Bibelausgabe von a. 15513 aufnahm. Eine zweite Verszählung, die von der des Stephanus abweicht, wurde von Theodor Beza a. 1565 eingeführt und findet sich im textus receptus des NT. Nach Ernst Kutsch4 kommt die Verseinteilung des Stephanus in der deutschsprachigen Bibeltradition erstmals a. 1586 in einer Wittenberger Bibel vor; das Verse- hen ist in a. 1568 zu korrigieren. Im Folgenden ist es das Erkenntnisziel, die in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts in der deutschsprachigen Bibeltradition vorhandenen und in der Tradition des Stephanus stehenden Verseinteilungen vorzustellen und die Prinzipien der Einteilung zu ermitteln. Dabei geht es vor allem um die Be- ziehung der Verseinteilung zu syntaktischen Strukturen, die bisher noch nicht untersucht wurde. Ein solcher Vergleich setzt voraus, dass in den zu berück- sichtigenden Drucken textinterne Merkmale existieren, die eine synchrone Ermittlung der...

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