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Karneval der Götter

Mythologie, Moderne und Nation in Chinas 20. Jahrhundert

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Andrea Riemenschnitter

Warum interessieren sich chinesische Intellektuelle und Kulturschaffende auch heute noch für den Mythos? Karneval der Götter ergründet diese Frage bezugnehmend auf Theorien zu ästhetischen und diskursiven Konstruktionen (post-)moderner nationaler Identität. Die Autorin veranschaulicht die Bedeutung von Mythen und Mythologien in der Moderne: Was zeichnet ihre narrativen Strukturen aus? Welche Rolle spielen Symbole in der Steuerung kollektiver Identitätsbildungsprozesse? – Dynamiken sozialen Wandels spiegeln sich im beweglichen Einsatz mythologischer Vokabularien und Narrative wieder. Karneval der Götter erörtert auch, wie Aktualisierungen von Mythen die Möglichkeit eröffnen, Werte und Orientierungen zu hinterfragen, ohne die Kontinuität der eigenen Kultur aufkündigen zu müssen.
Die Publikation analysiert schwerpunktmässig neuhistorische Romane erfolgreicher Autoren wie Mo Yan und zeigt deren Strategien der literarischen Remythisierung und Konstruktion eines polymythischen kulturellen Imaginaire auf. Sekundäre Mythen wie diejenigen der revolutionären Yan’an-Gemeinschaft oder einer globalkapitalistischen, harmonischen Konsumentengemeinschaft werden als ideologische Konstrukte entlarvt und primäre Mythen als wichtige Wegmarken des kollektiven Denk- und Vorstellungsraums einer ästhetischen (Gegen-)Moderne neu legitimiert.

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Inhalt

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Danksagung, Erläuterungen zur Systematik, Drucknachweise ................ 8 Einleitung Einleitung ....................................................................................... 13 Mythologie zwischen Tradition, Moderne und Nation: Verflechtungsgeschichten ............................................................... 17 Identifikationsfelder des Nationalen: mythologische Re-/Semantisierungen der Kategorien Kanon, Raum, Geschichte, Subjekt ................................................ 22 I. Sektion: Kanon 1 Mythos und Moderne: westliche Denkfiguren ............................... 37 2 Chinesische Zugänge zum Mythos ................................................. 45 2.1 Die Wiederentdeckung der Folklore ...................................... 54 2.2 Mythologie und Weltliteratur ................................................. 64 2.3 Das Prinzip des Phantastischen .............................................. 92 3 Mythophorien der nationalen Krise .............................................. 113 3.1 Kanonkritik und kleine Traditionen: Krisen des Wissens .... 114 3.2 Tumult in der achtzehnten Hölle: Krisen der Dislozierung .. 121 II. Sektion: Raum 4 Krisen der Ordnung, Mythen der Kontinuität .............................. 131 5 Mythologie als Mnemotopie ......................................................... 137 5.1 Kulturelle Konstruktionen nationaler Identität ..................... 137 5.2 China erzählen: “Xiaoshuo Zhongguo” ............................... 150 5.3 Mnemotopien: heilige Räume der Nation ............................ 165 5.4 Das Erbe der Kosmographen ................................................ 170 5.5 Ruinen als Symbole nationaler Niederlagen ........................ 173 5.6 Im Gegenwind der Geschichte ............................................. 178 6 Nahrung als einverleibte Identität: Sitiogonien ............................ 193 6.1 Reis als Selbst....................................................................... 197 6.2 Kochkunst für die Nation ..................................................... 202 6.3 Wein und Fleisch .................................................................. 213 6 6.4 Das räumliche Gedächtnis der Nation: Mythen-Theater, Verflechtungsgeschichten .................................................... 226 III. Sektion: Geschichte 7 Orientierungen .............................................................................. 233 7.1 Paradigmen: Politischer Mythos und New Historicism ....... 233 7.2 Hintergründe: Chinesische Geschichte und historische Fiktion ................................................................ 241 8 Fiktion als Spiegelkabinett der Zeitgeschichte. Vier Interviews .. 253 9 Revolution zwischen Geschichtszeichen und Retro-Mythos ....... 281 9.1 Die verirrte Revolution ......................................................... 281 9.2 Revolutionärer Enthusiasmus ............................................... 285 9.3 Weite Reise mit Achtzehn: Exegese ohne Gemeinschaft ..... 291 9.4 Die Knoblauchrevolte: Gemeinschaft ohne Exegese ........... 297...

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