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Die Gründungsgeschichte des PEN-Clubs in der Schweiz

Geleitwort von Dominik Riedo- Nachwort von Kristin T. Schnider

Helen Münch

Diese Studie befasst sich mit der Entstehung von PEN-Zentren in der Schweiz und zeigt die Haltung ihrer Präsidenten als Schweizer Delegierte an den jährlich stattfindenden Kongressen des Internationalen PEN-Clubs, der sich in den Dreissiger- und Vierzigerjahren vor allem mit deutschen Themen beschäftigen musste, da die hohen Ideale der PEN-Charta vom Nationalsozialismus mit Füssen getreten wurden. Dabei kam es zu unschönen Sympathiekundgebungen der Schweizer mit dem deutschen PEN-Club, der sich ganz dem neuen Regime verschrieben hatte und die Hauptprinzipien des PEN verletzte: dass er sich von Politik fernhält, dass er an den freien Austausch von Literatur glaubt, dass die einzige Voraussetzung für die Mitgliedschaft Auszeichnung im Literarischen ist, ungeachtet von Nationalität, Rasse oder Glaubensbekenntnis. Er hatte anders denkende Schriftsteller aus seinen Reihen ausgeschlossen und sich weder von deren Verfolgung durch den Staat noch von den Bücherverbrennungen distanziert. Als die deutsche PEN-Gruppe den Internationalen PEN-Club verlassen musste, war dies für die Schweizer eine unberechtigte Einmischung in die inneren Angelegenheiten eines Staates und ein Verstoss gegen den Leitspruch des PEN, sich politisch nicht zu betätigen. Nach dem Krieg hatten die Schweizer nichts mehr gegen das Politisieren und verlangten den Ausschluss der PEN-Zentren der Ostblockstaaten – insbesondere der von der Sowjetunion beherrschten Ostzone Deutschlands – aus dem Internationalen PEN, da sie als Satelliten der UdSSR dem kommunistischen System angehörten, in dem die Meinungs- und Pressefreiheit unterdrückt wurde, was den Prinzipien des PEN-Clubs widersprach.

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Die Präsidentschaft von Emanuel Stickelberger 1932–1955 177

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177 Die Präsidentschaft von Emanuel Stickelberger 1932–1955 Emanuel Stickelberger wurde in Ba- sel geboren, er stammte aus einer der ältesten Basler Familien, sein Vater war Bankdirektor in Locarno, seine Mutter kam aus einer Genfer Fami- lie. Er besuchte das Gymnasium in Locarno und die Handelsschulen in Bellinzona und Neuenburg. Sein In- teresse galt schon früh der Theologie und der Geschichte. Auf Wunsch des Vaters beschäftigte er sich aber zu- nächst in der chemischen Industrie, wo er bald eine leitende Stellung ein- nahm. 1910 machte er sich selbst- ständig und gründete eigene chemi- sche Werke in Basel und Haltingen. Seit 1903 wandte er sich der Schrift- stellerei zu und fing an mit der grossen Reihe von historischen Romanen und Novellen, die er im Laufe seines Lebens verfasste. Seine Gesammelten Werke umfassen 12 Einzelbände (Frauenfeld 1947– 1953), darunter ein Zwingli-Roman (Zürich 1925), „Reformation“. Ein Hel- denbuch (Zürich 1928), „Calvin“. Eine Darstellung (Gotha 1931) und eine Holbein-Trilogie (Stuttgart 1942, 1945 und Frauenfeld 1946). Ein Buch, auf das er besonders stolz war, ist „Der Reiter auf dem fahlen Pferd. Ein Buch vom Mongolen Dschingis-Khan und seinem abendländischen Gegenspieler“ (Stuttgart 1937). Für sein schriftstellerisches Werk erhielt er 1957 den Hebel- Preis. Abb. 20: Emanuel Stickelberger (1884–1962). 178 1929 verlieh ihm die theologische Fakultät der Universität Basel die Ehrendoktorwürde. 1931 erlebte er mit Eduard Korrodi die Gründung des deutschschweizerischen PEN-Clubs am Internationalen PEN-Kongress in Holland. Er war 1932 bis...

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