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Subjekt – Objekt – Intersubjektivität

Eine Untersuchung zur erkenntnistheoretischen Subjekt-Objekt-Dialektik Hegels und Adornos mit einem Ausblick auf das Intersubjektivitätsparadigma Habermas’

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Fabrizio Moser

Subjekt, Objekt und Intersubjektivität bilden drei der wohl zentralsten Elemente im menschlichen Erkenntnisprozess. Anhand einer kritischen Rekonstruktion der Erkenntnistheorien Hegels und Adornos beleuchtet die vorliegende Arbeit die Dialektik zwischen Subjekt und Objekt der Erkenntnis aus zwei verschiedenen Perspektiven. Durch den grundsätzlichen Paradigmenwechsel Habermas’ von der Bewusstseinsphilosophie zu einem kommunikationstheoretischen Paradigma wird es möglich, kommunikative Intersubjektivität als unverzichtbares Element der Erkenntnis angemessen zu thematisieren.
Der Gang von Hegel über Adorno zu Habermas wird in der vorliegenden Monographie nicht als ein stetiger Fortschritt verstanden, an dessen Zielpunkt die Habermas’sche Theorie als der Weisheit letzter Schluss stehen würde. Vielmehr erweist sich der Dreischritt selbst als ein dialektischer, der am Ende, angereichert durch Erfahrungen, wieder in seinen Ausgangspunkt mündet. So endet die Untersuchung letztlich mit dem kommunikationstheoretisch angereicherten Desiderat einer modernen Subjekttheorie.

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II. Adornos Rehabilitierung des Objekts 89

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II. Adornos Rehabilitierung des Objekts 90 91 1. Adornos Verhältnis zu Hegel 1.1 Adornos Einverständnis mit Hegel Theodor Wiesengrund Adorno hat sich wohl als einer der schärfsten Kritiker Hegels in der Rezeptionsgeschichte des grossen Deutschen Idealisten hervorgetan. Alleine der Umstand seiner extensiven Kritik an Hegel zeigt bereits, wie ernst Adorno diesen Philosophen nimmt und wie wichtig ihm eine Weiterführung seiner Theorie scheint. Die- se Feststellung erweist sich als umso virulenter vor dem Hintergrund des Umstandes, dass Adorno auf viele andere Philosophen gar nicht eingegangen ist. Es ist daher auch kein Zufall, wenn Adorno trotz seiner harten Kritik an Hegel diesen gegen viele seiner Kontrahenten verteidigt und seine ausserordentlichen Verdienste herausstreicht1. Daher gilt es zuerst hervorzuheben, inwiefern sich Adorno in einer zutiefst Hegelschen Tradition versteht. Im Gegensatz zu vielen ande- ren modernen Philosophen, die Hegel und den deutschen Idealismus prinzipiell ablehnen, hält Adorno an den Konzepten derselben fest. Alleine indem er sich grundsätzlich an denselben Konzepten orien- tiert wie Hegel, ist Adorno in der Lage, dessen Theorie immanent zu kritisieren: „Nur dadurch, dass Adorno diese Terminologie beibehält und nicht ein anderes Explikationsmedium für die Thematisierung des Verhältnisses von Mensch und Welt wählt, das den kritisierten Ansätzen fremd geblieben wäre, vermag er seiner Konzeption von Kritik zu entsprechen und sich in ein differenziertes Verhältnis zu den überlieferten Kategorien der Reflexionsphilosophie zu setzen“2. Im Gegensatz zu einer prinzipiellen Kritik an Hegel, die seine dia- 1 Siehe dazu insbesondere den...

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