Show Less

Der musikalische Wortschatz von Notker Labeo

Wortkonkordanz und musikbezogener Kommentar

Series:

Martin van Schaik

Der in Fachkreisen wohlbekannte Sankt Galler Klosterlehrer Notker Labeo, Notker III. oder Teutonicus (ca. 950–1022), hinterließ als erster in Westeuropa eine Reihe umfangreicher Werke, in denen er viele musikalische Fachtermini aus der lateinischen und griechischen Sprache in die Volkssprache (das Althochdeutsche) übersetzte und ausführlich kommentierte.
Der vorliegende Band untersucht Notkers Kommentar und ermöglicht neue Einsichten in Bezug auf die Musik des 10. und 11. Jahrhunderts. Die Untersuchungen sollen unseren Kenntnisstand über Musikinstrumente, aber auch über Spielbezeichnungen, Klangbezeichnungen, Namen von Personen, Völkern und mythischen Gestalten in Beziehung zur Musik, Gattungen und Incipits erweitern. Eine Konkordanz der Notkerschen Musik Termini, verbunden mit einem Kommentar, welcher die Lemmata knapp in ihrem musikgeschichtlichen Kontext darstellt, erwies sich als die hierfür meist adäquate Darstellungsform. Der Band trägt damit zur Ergänzung und Revision des aktuellen musikhistorischen Forschungsstands bei.

Prices

Show Summary Details
Restricted access

I Einleitung 11

Extract

I Einleitung 13 1 Notker Labeo Seit den sechziger Jahren des zwanzigsten Jahrhunderts umgab in der kleinen Welt der internationalen Musikwissenschaft ein Schleier des Ge- heimnisses das musikalische Wissen des Benediktinermönchs Notker Labeo von St. Gallen (um 950–1022). Namentlich der deutsche Musik- wissenschaftler Hugo Steger hat das verhüllte Geheimnis dem Fach ohne Absicht interessant gemacht: Er zitierte aus Notkers Schriften einige althochdeutsche Stellen1, die bei Hugo Stegers Lesern bald die Frage anregten, ob Notker etwa mehr Stellen zur Musik liefern könnte. Man ging der Frage zwar nach, stieß aber alsbald auf ein Hindernis, welches von den Fachleuten der Musikwissenschaft praktisch nicht beseitigt werden kann. Notker hatte ja vieles in der Volkssprache seiner eigenen Zeit und seiner Heimat geschrieben –, aber wer ist denn heute in der Lage, Notkers Alt-Schweizerdeutsch zu lesen und zu verstehen? Also kam man nach Steger kaum über dessen Notker-Zitate hinaus.2 Umfang und Art der musikalischen Terminologie Notkers von St. Gallen sind mithin im Dunkeln geblieben. Das vorliegende Buch soll die oben angesprochene Frage beantwor- ten helfen. – Was der gelehrte Mönch vor tausend Jahren durch seine Mundart seinem Publikum erschloß, kann endlich erfaßt werden; wir kön- nen Notkers musikalisches Wissen jetzt überblicken. Notker Labeo, oder Notker III., wurde um 950 im schweizerischen Thurgau geboren. Wie sein Onkel und Lehrer Ekkehard I. (900–973) und sein Schüler Ekkehard IV. (980–1060) entstammt Notker einem adligen Ge- schlecht. In zartem Alter wurde er Mönch in der Benediktinerabtei Sankt Gallen in der...

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.