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Diskrete Präsenz

Zur Rezeption der Deutschschweizer Literatur in Rumänien

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Maria Trappen

Die Rezeption literarischer Werke jenseits der Grenzen des Sprachraums und des geopolitischen Raums, in denen sie entstanden sind, wird von einer Vielzahl literarischer und außerliterarischer Faktoren sowie von der Tätigkeit spezifischer Vermittlungsinstanzen beeinflusst. Die vorliegende Arbeit untersucht die Rezeption der Deutschschweizer Literatur nach 1945 in Rumänien und beleuchtet deren kulturpolitischen und ökonomischen Hintergrund. Sie verfolgt dabei die Kontraste zwischen der Zeitspanne 1945–1989 und der Zeit von der Wende bis zur Gegenwart sowie die sich ändernden Auswahlkriterien in der Vermittlung der ausländischen beziehungsweise der Deutschschweizer Literatur. Die Tätigkeit einiger ausgewählter Vermittler (Verlage, Redakteure, Übersetzer, Literaturwissenschaftler) erfolgt aus einer literatursoziologischen Perspektive; in den Vordergrund rücken der Verwendungszusammenhang des Textes und Aspekte der literarischen Distribution. Die Rezeptionsschicksale einzelner Werke werden in Fallstudien nachgezeichnet, welche die Tragweite und Wirkungsweise literarischer und außerliterarischer Faktoren veranschaulichen.

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5.2 Dürrenmatts Werk als Gegenstand wissenschaftlicher Untersuchungen 384

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384 5.2 Dürrenmatts Werk als Gegenstand wissenschaftlicher Untersuchungen In der Typologie der Rezeptionsakte, die zwischen produktiver und re- produzierender Rezeption unterscheidet, werden die literaturwissen- schaftlichen Untersuchungen wie auch die Produkte der Literaturkritik, der reproduzierenden Rezeption zugeordnet. Sie vermitteln einen pri- mären Rezeptionsgegenstand durch die Herstellung eines sekundären Rezeptionsgegenstandes, wobei es um die Aufdeckung des Kodes eines literarischen Textes und das Ermöglichen von Textverstehen geht.44 Die literaturwissenschaftlichen Beiträge stellen das Resultat der in- tensivsten Auseinandersetzung des professionellen Lesers mit dem lite- rarischen Text dar, wobei diese Auseinandersetzung und der schriftliche Bericht darüber nicht zuletzt die (sich wandelnden) Konventionen des Faches widerspiegeln. Naturgemäß haben diese Rezeptionsprodukte ihrerseits einen engen Rezipientenkreis, den Fachkreis der Literatur- wissenschaftler. Seine Mitglieder zeichnen sich durch die Kenntnis der Konventionen des Faches und des Fachjargons aus sowie durch ein hohes Interesse und einen hohen Zeitaufwand für die Lektüre solcher Untersuchungen. Deshalb wird an dieser Stelle den Untersuchungen zum Werk Dür- renmatts, die von rumänischen Literaturwissenschaftlern verfasst wur- den, ein eigenes Kapitel gewidmet. Die Wirkung dieser Aufsätze auf die Wahrnehmung von Dürrenmatts Werk beim breiten Publikum erfolgte zum kleinsten Teil direkt. Indirekt jedoch kann die intensive Beschäf- tigung des Literaturwissenschaftlers mit einem bestimmten Text oder einer Gruppe von Texten erhebliche Wirkung auf das breite Publikum haben, wenn der Literaturwissenschaftler in Personalunion mit dem Verlagsleiter, mit dem Universitätsprofessor oder mit dem Übersetzer tätig ist. 44 Link, Hannelore. Rezeptionsforschung. Eine Einführung in Methoden und Proble-...

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