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Mittlere Deutsche Literatur und Italien

Beiträge zu Ehren von Emilio Bonfatti

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Edited By Federica Masiero

Dieser Band versammelt Beiträge zu Ehren von Emilio Bonfatti (*Mirandola 1942, † Padova 2007), der von 1982 bis 2007 den Lehrstuhl für Deutsche Philologie an der Universität Padua innehatte. Emilio Bonfatti war einer der wichtigsten Repräsentanten der italienischen Forschung zur Mittleren Deutschen Literatur (1400−1750), dessen Arbeiten im In- und Ausland hohes Ansehen genießen. Freunde, Kollegen und Schüler beleuchten verschiedene Themen seines Forschungsgebietes. Im Mittelpunkt stehen die Bereiche, denen sein besonderes Interesse galt: die deutschsprachige Rezeptionsliteratur mit italienischen Vorlagen und die kulturellen Wechselbeziehungen zwischen Deutschland und Italien in der Frühen Neuzeit. Es finden sich zudem Beiträge zur originalen deutschen Literatur jener Zeit und zur deutschsprachigen Rezeptionsliteratur mit Vorlagen aus anderen Ländern. Der Band umfasst vierzehn Beiträge und eine Darstellung der wissenschaftlichen Tätigkeit von Emilio Bonfatti. Ein Verzeichnis der Schriften des Geehrten schließt das Werk ab.

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LAURA AUTERI ‚Bescheidenheit‘ – Aufgaben der Forschung zum 15. und 16. Jahrhundert und der italienische Germanist Giorgio Sichel (1936–1979) 13

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LAURA AUTERI (Palermo) ‚Bescheidenheit‘ Aufgaben der Forschung zum 15. und 16. Jahrhundert und der italienische Germanist Giorgio Sichel (1936–1979) Es ist nicht zu leugnen, dass die Mittlere Deutsche Literatur (1400–1750) in Italien kein gründlich erforschtes Thema ist. Das in Italien um die Mitte des 18. Jahrhunderts entstandene Interesse für die deutsche Literatur war zuerst von der Anschauung geprägt, dass die Menschen nördlich der Alpen ein ganz anderes Verhältnis zur Natur als die Italiener entwickelt hatten. Die Dichtung und die Bilder von Salomon Gess- ner (Zürich 1730–1788) stehen am Anfang einer lang währenden Faszina- tion für eine Realität, die als Alterität betrachtet wurde.1 Ins Licht der Auf- merksamkeit geriet dann Wieland,2 dem selbstverständlich Goethe folgte und schließlich die Romantik, die für die italienische Kultur des 19. Jahrhun- derts das Bild der deutschen Welt schlechthin prägte. Und so blieb es noch bis weit ins 20. Jahrhundert hinein, bis sich dann italienische Forscher auch anderen Themen widmeten.3 Die deutschsprachige Literatur vor der Aufklärung blieb aber trotz man- cher Studien über das Mittelalter, die sich Gemeinplätze der Romantik noch lange zu eigen machten und die zunächst den Anschluss an die neue For- schung nach dem Zweiten Weltkrieg verpassten, eine unbekannte Größe. Dies hat allerdings auch mit einem strukturellen Merkmal der italieni- schen Germanistik (womöglich der ‚Auslandsgermanistik‘ überhaupt) zu tun. Altgermanistik ist kein Begriff – wahrscheinlich eben, weil sich keine For- schungstradition in...

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