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Soziale Sicherheit im globalen Dorf

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Edited By Roland Sigg and Christina Behrendt

Es ist weitgehend anerkannt, dass mit Globalisierungsprozessen erhebliche Zwänge für die Entwicklung von Sozialleistungssystemen einhergehen. Die Internationalisierung der Wirtschaft hat einschneidende Konsequenzen für Arbeitsmärkte, die sich in vielen Ländern in der Zunahme unsicherer Arbeitsverhältnisse sowie der Verschärfung von Einkommensungleichheit und sozialer Ausgrenzung manifestieren. Dieser Prozess wird begleitet von grundlegenden soziodemographischen Wandlungsprozessen, wie beispielsweise die Veränderung von Familienstrukturen, die Alterung der Bevölkerung und Migration. Während die Zunahme von Unsicherheit und sozialer Ausgrenzung den Bedarf nach sozialer Sicherheit erhöht, sehen Regierungen und Sozialversicherungsinstitutionen ihren finanziellen Handlungsspielraum in einer internationalisierten Wirtschaft eingeschränkt. Sowohl der öffentliche als auch der private Sektor bemühen sich, ihre Rollen neu zu definieren und dazu beizutragen, die Verantwortlichkeiten zwischen Staat, Markt, Familien und Individuen neu zu verteilen.
Dieses Buch untersucht die in einer globalisierten Welt wachsenden Herausforderungen für die soziale Sicherheit und analysiert nationale Anpassungsstrategien. Welche Auswirkungen hat die Globalisierung auf Programme der sozialen Sicherheit? Welche Strategien wählen Länder, um mit diesen Herausforderungen umzugehen und sich an die Zwänge einer globalen Umwelt anzupassen? Welche Rolle spielen nationale Institutionen in der Gestaltung dieses Anpassungsprozesses? Entstehen in diesem Kontext neue Risiken, und wie kann mit diesen am besten umgegangen werden? Welchen Beitrag kann schließlich die Forschung leisten, um die politische Debatte über die Legitimität der sozialen Sicherheit im Kontext einer sich globalisierenden Welt zu erhellen?

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Teil II Globale Zwänge und interne Anpassungsstrategien

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1 Dieser Artikel basiert auf den Ergebnissen eines gemeinsamen umfassenden For- schungsprojekts, dass Anpassungen in zwölf fortgeschrittenen Wohlfahrtsstaaten an Veränderungen im internationalen wirtschaftlichen Umfeld von den frühen 1970er bis in die späten 1990er hinein untersuchte. Das gemeinsam von Vivien A. Schmidt von der Universität Boston und mir geleitete Projekt, das von der Volkswagen- Stiftung, der Thyssen-Stiftung und der Max-Planck-Gesellschaft finanziert wurde, enthält Berichte über das Vereinigte Königreich von Martin Rhodes, über Australien und Neuseeland von Herman Schwartz, über die Schweiz von Guiliano Bonoli und André Mach, über Österreich, Belgien und die Niederlande von Anton Hemerijck, Brigitte Unger und Jelle Visser, über Deutschland von Philip Manow und Eric Seils, über Frankreich von Jonah Levy, über Italien von Maurizio Ferrera und Elisabetta Gualmini, und über Schweden und Dänemark von Mats Benner und Torben Vad. Da- neben wurden einige wichtige Fragestellungen, die nicht in den Länderstudien voll behandelt werden konnten, in Sonderbeiträgen untersucht – so über die Erwerbstä- tigkeit von Frauen von Mary Daly, über das vorzeitige Ausscheiden aus dem Arbeits- markt von Bernhard Ebbinghaus, über die Folgen der Liberalisierung im öffentlichen Dienst von Adrienne Héritier und Susanne Schmidt, und über den internationalen Steuerwettbewerb von Steffen Ganghof. Zusätzlich haben Anton Hemerijck, Martin Schludi, Vivien Schmidt und ich selbst vergleichende Analysen vorgelegt zu den unterschiedlichen Schwachstellen und institutionellen Stärken, sowie dem politi- schen Lern- und Legitimationsprozess. Alle diese Beiträge wurden kürzlich veröffent- licht: Fritz W. Scharpf und Vivien...

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