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Soziale Sicherheit im globalen Dorf

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Edited By Roland Sigg and Christina Behrendt

Es ist weitgehend anerkannt, dass mit Globalisierungsprozessen erhebliche Zwänge für die Entwicklung von Sozialleistungssystemen einhergehen. Die Internationalisierung der Wirtschaft hat einschneidende Konsequenzen für Arbeitsmärkte, die sich in vielen Ländern in der Zunahme unsicherer Arbeitsverhältnisse sowie der Verschärfung von Einkommensungleichheit und sozialer Ausgrenzung manifestieren. Dieser Prozess wird begleitet von grundlegenden soziodemographischen Wandlungsprozessen, wie beispielsweise die Veränderung von Familienstrukturen, die Alterung der Bevölkerung und Migration. Während die Zunahme von Unsicherheit und sozialer Ausgrenzung den Bedarf nach sozialer Sicherheit erhöht, sehen Regierungen und Sozialversicherungsinstitutionen ihren finanziellen Handlungsspielraum in einer internationalisierten Wirtschaft eingeschränkt. Sowohl der öffentliche als auch der private Sektor bemühen sich, ihre Rollen neu zu definieren und dazu beizutragen, die Verantwortlichkeiten zwischen Staat, Markt, Familien und Individuen neu zu verteilen.
Dieses Buch untersucht die in einer globalisierten Welt wachsenden Herausforderungen für die soziale Sicherheit und analysiert nationale Anpassungsstrategien. Welche Auswirkungen hat die Globalisierung auf Programme der sozialen Sicherheit? Welche Strategien wählen Länder, um mit diesen Herausforderungen umzugehen und sich an die Zwänge einer globalen Umwelt anzupassen? Welche Rolle spielen nationale Institutionen in der Gestaltung dieses Anpassungsprozesses? Entstehen in diesem Kontext neue Risiken, und wie kann mit diesen am besten umgegangen werden? Welchen Beitrag kann schließlich die Forschung leisten, um die politische Debatte über die Legitimität der sozialen Sicherheit im Kontext einer sich globalisierenden Welt zu erhellen?

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Teil IV Arbeitsmärkte und soziale Sicherheit

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1 Der Verfasser dankt Karen M. Anderson, Christina Behrendt, Bjørn Hvinden, Jürgen Kohl und Charles Ragin für ihre wertvollen Kommentare. Kapitel 12 Rechte und Pflichten in der Arbeitslosenversicherung im Wandel1 JON KVIST Sich wandelnde Rechte und Pflichten stehen im Zentrum vieler politischer Entscheidungen in Europa. Seit Anfang der 1990er Jahre erklärten viele Regierungen, dass sie ihre Arbeitslosenpolitik ändern wollten. So ließ 1994 die norwegische Regierung in ihrem sozialpolitischen Weißbuch Welfare Towards 2030 verlauten, der „arbeitsbezogene Ansatz“ [ ] ist ein wesentliches Element der Regierungsstrategie, um unsere Sozial- systeme auf eine solide Basis zu stellen. Wir müssen die Grundlage für die Wohlfahrt, die wir wünschen, schaffen [ ] Die Regierung möchte unter- streichen, dass Arbeit für den Einzelnen selbst als wertvoll gelten soll. Der arbeitsbezogene Ansatz beinhaltet, dass möglichst viele von ihrer eigenen Arbeit leben können und dass Personen mit Sozial- und Gesundheitsproble- men geholfen werden soll, so dass sie ihre täglichen Verrichtungen soweit wie möglich selbst besorgen können. Arbeit muss daher für Personen im Er- werbsalter die selbstverständliche Wahl sein. (Norwegische Regierung, 1994: 2) Vor kurzem fasste der britische Premierminister Tony Blair die Ansichten und Werte von New Labour in folgende Worte: Viel zu lang waren die Ansprüche an den Staat von den Bürgerpflichten und der Notwendigkeit der gegenseitigen Verantwortung von Bürgern und Insti- tutionen getrennt. Arbeitslosengelder wurden häufig ohne besondere Gegen- leistung gewährt [ ] Die Rechte, die wir genießen, spiegeln die...

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