Show Less
Restricted access

Tier im Text

Exemplarität und Allegorizität literarischer Lebewesen

Series:

Edited By Hans Jürgen Scheuer and Ulrike Vedder

Ob Tiere als Begleiter des Menschen oder als seine Gegenspieler die Literatur bevölkern, ob sie als Exempel, Symbole oder Allegorien eingesetzt werden, ob sie sprachlos oder sprechend leiden und agieren, ob sie gänzlich unabhängig in eigenen Lebens- und Zeichenwelten situiert werden oder als monströse und phantastische Kompositwesen selbst solche verkörpern. In literarischen Texten sind Tiere stets mehr und anderes als nur stumme Elemente einer realen oder fiktiven Welt.
Die Vielfalt der Funktionen des «Topos Tier» steht im Zentrum dieses Bandes, dessen Textcorpus von mittelalterlicher und frühneuzeitlicher Literatur bis ins 21. Jahrhundert reicht und dessen Beiträge der Faszination literarischer Lebewesen aus verschiedenen Blickwinkeln – gattungs- und wissensgeschichtlich, psycho- und diskurshistorisch, gendertheoretisch und poetologisch – nachgehen.
Show Summary Details
Restricted access

Sind Kraniche Demokraten?: Zur politischen Ornithologie der Frühen Neuzeit

Extract

SABINE KALFF

Sind Kraniche Demokraten?

Zur politischen Ornithologie der Frühen Neuzeit

Viele Tiere wie Ameisen, Biber oder Bienen zählten seit der Antike zu den politischen Tieren, weil man ihrem Sozialverhalten eine bestimmte politische Organisationsform unterstellte. In seiner Historia animalium bemerkte Aristoteles über das Sozialverhalten der verschiedenen Spezies:

Und solche Unterschiede bestehen hinsichtlich der Lebensweise und der Handlungen: Denn die einen unter den Lebewesen sind Herdentiere, die anderen leben solitär – das trifft sowohl auf die gehenden wie auch auf die fliegenden und die schwimmenden Tiere zu –, wieder andere nehmen eine Zwischenstellung ein. Unter den Herdentieren leben einige in Gemeinschaften, andere dagegen verstreut. Herdentiere sind z. B. unter den Geflügelten die Unterart der Straßentauben, der Kranich und der Schwan (aber kein Krummkralliger ist ein Herdentier), und unter den Schwimmenden viele Gattungen von Fischen, z. B. die sogenannten Wanderfische, die Thunfische, Pelamydes und Amiai [Thunfisch-Arten]. Der Mensch nimmt eine Zwischenstellung ein.1

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.