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«Da habe ich alles, was Serbisch war, verteufelt.»

Wie gesellschaftliche Diskurse die natio-ethno-kulturellen Zugehörigkeiten von ethnischen Serbinnen und Serben in der Deutschschweiz beeinflussen

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Kathrin Pavic

In den letzten zwei Jahrzehnten wurde in der (Deutsch)Schweizer Öffentlichkeit viel über Zuwanderinnen und Zuwanderer aus dem postjugoslawischen Raum – im speziellen aus Serbien – diskutiert. So war in den Medien, der Politik und an den Stammtischen die Rede von aggressiven und kriminellen «Jugos», «Balkanrasern» und serbischen Kriegsverbrechern.
Anhand von fünf biographischen Einzelfallanalysen geht die Autorin der Frage nach, wie Menschen mit serbischem Migrationshintergrund mit den vorherrschenden gesellschaftlichen Diskursen über ethnische Serbinnen und Serben in ihrer Lebensgeschichte umgehen und welche Auswirkungen diese auf ihr Zugehörigkeitsgefühl zum Herkunfts- und zum Aufnahmeland haben. Hierbei stellen nicht nur der Zusammenhang von Diskurs und Biographie einen wichtigen Aspekt dar, sondern auch die transnationalen Bezüge der Befragten.
Neben den fünf Einzelfallanalysen, die auf narrativen Interviews beruhen, bildet die Aufarbeitung des sich wandelnden Diskurses über ImmigrantInnen aus dem (post)jugoslawischen Raum seit den 1960er Jahren das Kernstück dieser Arbeit. Zudem wird auf weiterführende Fragestellungen und auf die damit einhergehenden integrationspolitischen Implikationen hingewiesen.
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6. Theoretische Begriffe und Konzepte

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In den Kapiteln 4 und 5 habe ich mich auf die Bedeutung von Diskursen und Repräsentationen für die Fragestellung dieser Arbeit konzentriert. Als Erstes bin ich auf die Funktion von Kategorisierungs- und Stereotypisierungsprozessen eingegangen (Kap. 4.1.) und habe in Bezug auf Hall und Foucault den Aspekt von Macht und Wissen diskutiert, der diskursiv durch Repräsentationspraktiken produziert wird (Kap. 4.2.). Anschliessend habe ich den Aspekt von Wissen und Macht anhand von Todorovas Konzept des Balkanismus und den verschiedenen Raumbildern, von denen Serbien im Laufe der Geschichte Teil war, veranschaulicht (Kap. 4.3.). Als Zweites habe ich mich ausführlich mit jenen Diskursen auseinandergesetzt, innerhalb derer über ethnische Serbinnen und Serben in den letzten fünfzig Jahren in der Schweiz gesprochen wurde (Kap. 5).

In Rückbezug auf meine Ausgangsfragestellung hinsichtlich des Einflusses, den öffentliche Diskurse auf die Lebensgeschichte derjenigen ausüben, über die gesprochen wird (vgl. Kap. 1), stellt sich nun die Frage, wie sich der Einfluss von Diskursen auf das Subjekt „in der Forschungspraxis umsetzen“ (Spies 2010: 143) lässt. Zunächst widme ich mich der wissenschaftlichen Debatte über den Zusammenhang von Diskurs und Subjekt (Kap. 6.1.). Danach erläutere ich, weshalb ich „Zugehörigkeit“ als geeignetes Konzept erachte, um diesen Zusammenhang im Kontext dieser Arbeit herzustellen (Kap. 6.2.). Im Kontext von Migration und Zughörigkeit ist es wichtig, darauf hinzuweisen, dass die Zugehörigkeiten von Immigrantinnen und Immigranten gleichzeitig mehrdeutig und uneindeutig sein können. Hierzu erachte ich Paul Mecherils Ansatz der prek...

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