Show Less
Restricted access

«Da habe ich alles, was Serbisch war, verteufelt.»

Wie gesellschaftliche Diskurse die natio-ethno-kulturellen Zugehörigkeiten von ethnischen Serbinnen und Serben in der Deutschschweiz beeinflussen

Series:

Kathrin Pavic

In den letzten zwei Jahrzehnten wurde in der (Deutsch)Schweizer Öffentlichkeit viel über Zuwanderinnen und Zuwanderer aus dem postjugoslawischen Raum – im speziellen aus Serbien – diskutiert. So war in den Medien, der Politik und an den Stammtischen die Rede von aggressiven und kriminellen «Jugos», «Balkanrasern» und serbischen Kriegsverbrechern.
Anhand von fünf biographischen Einzelfallanalysen geht die Autorin der Frage nach, wie Menschen mit serbischem Migrationshintergrund mit den vorherrschenden gesellschaftlichen Diskursen über ethnische Serbinnen und Serben in ihrer Lebensgeschichte umgehen und welche Auswirkungen diese auf ihr Zugehörigkeitsgefühl zum Herkunfts- und zum Aufnahmeland haben. Hierbei stellen nicht nur der Zusammenhang von Diskurs und Biographie einen wichtigen Aspekt dar, sondern auch die transnationalen Bezüge der Befragten.
Neben den fünf Einzelfallanalysen, die auf narrativen Interviews beruhen, bildet die Aufarbeitung des sich wandelnden Diskurses über ImmigrantInnen aus dem (post)jugoslawischen Raum seit den 1960er Jahren das Kernstück dieser Arbeit. Zudem wird auf weiterführende Fragestellungen und auf die damit einhergehenden integrationspolitischen Implikationen hingewiesen.
Show Summary Details
Restricted access

7. Methodische Vorgehensweise

Extract



Wie in der Einleitung erwähnt, folge ich Fischer-Rosenthals (1996: 149) These, dass „Individuum und Gesellschaft […] genau im Medium der Biographie zusammen[hängen]“. Brigitte Bauer (2011: 214) argumentiert ebenfalls, „dass jede individuelle Biografie in ihren subjektiven Wirklichkeitskonstruktionen Teil einer gesellschaftlichen Wirklichkeit ist, die ,sich biografisch niederschlägt‘“.

Deswegen entschied ich mich für einen biographischen Zugang (Kap. 7.3.1) und wählte das narrative Interview als Erhebungsmethode (Kap. 7.3.3.). Bevor ich mich dem narrativen Interview und der „Rekonstruktion narrativer Identität“ nach Lucius-Hoene und Deppermann (2002) als Auswertungsmethode (Kap. 7.4.) widme, erläutere ich meinen Zugang zum Feld (Kap. 7.1.) und beschreibe das Sample (Kap. 7.2.).

7.1. Feldzugang

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.