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Bindungsqualität zwischen Eltern und Kind in der zweisprachigen Erziehung

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Demeter Michael Ikonomu

Für Eltern in einer binationalen Familie ist die Vermittlung von Zweisprachigkeit eine besondere Herausforderung. Wie soll eine erfolgreiche zweisprachige Erziehung aussehen? In dieser Studie werden 65 europäische, zweisprachig erziehende Eltern untersucht, und zwar die Mütter bzw. Väter, die Vertreter der Nichtumgebungssprache sind, also der Sprache, die in dem Land, in dem sie leben, als Fremdsprache gilt. Im Fokus steht die Erziehungsperiode der ersten 6 Lebensjahre der Mädchen und Jungen. Das Erziehungsprinzip OPOL (One Person – One Language) wird bei den Auswertungen besonders berücksichtigt. Im Mittelpunkt der deskriptiven Studie stehen die psychologischen Faktoren, und zwar auf der Grundlage der Erkenntnisse der Bindungstheorie von John Bowlby. Die Studie geht unter anderem auf folgende Fragen ein: Welche Rolle spielen Elemente der Bindungsqualität zwischen Eltern und Kind für eine gelungene Zweisprachigkeit? Haben Faktoren wie die Nähe zum Kind oder die Feinfühligkeit gegenüber dem Kind Auswirkungen auf die zweisprachige Erziehung?
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2. Neurologische Erkenntnisse über die Mehrsprachigkeitskompetenz bei Kindern

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2.Neurologische Erkenntnisse über die Mehrsprachigkeitskompetenz bei Kindern

Ziel des Kapitels ist, auf die neurologischen Forschungsergebnisse einzugehen, die sich mit zweisprachiger Erziehung und den Erwerb früher Zweisprachigkeit befassen. Auf neurologische Forschungsergebnisse wird Bezug genommen mit der Fragestellung, ob Kinder ein höheres und flexibleres Lernpotential haben, als dies bei Erwachsenen der Fall ist.

2.1Neurologische Forschungsergebnisse und ihre Auswirkungen

Neurobiologische Untersuchungen haben sich in der Vergangenheit mit dem Thema Mehrsprachigkeit in der Kindheit befasst, um festzustellen, ob Mehrsprachigkeit in frühen Jahren realisierbar ist und ob sie Vorteile birgt. Die Psychologin Katrin Hille befasst sich mit den neurobiologischen Grundlagen des Lernens und führt den Nachweis aus, um sogenannte Binsenwahrheiten (Hille 2008: 35) zu belegen. Oft heißt dies noch lange nicht, dass aufgrund ihrer allgemeinen Gültigkeit aus ihnen konkrete Folgerungen für die Lernpraxis gezogen werden:

[…] Und das bringt uns zu einer ersten neurowissenschaftlichen Binsenweisheit: Die Plastizität des Gehirns nimmt mit dem Alter ab und damit auch die „Geschwindigkeit“ des Lernens, das sich allein darauf stützt. (Hille 2008: 36)

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