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Bindungsqualität zwischen Eltern und Kind in der zweisprachigen Erziehung

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Demeter Michael Ikonomu

Für Eltern in einer binationalen Familie ist die Vermittlung von Zweisprachigkeit eine besondere Herausforderung. Wie soll eine erfolgreiche zweisprachige Erziehung aussehen? In dieser Studie werden 65 europäische, zweisprachig erziehende Eltern untersucht, und zwar die Mütter bzw. Väter, die Vertreter der Nichtumgebungssprache sind, also der Sprache, die in dem Land, in dem sie leben, als Fremdsprache gilt. Im Fokus steht die Erziehungsperiode der ersten 6 Lebensjahre der Mädchen und Jungen. Das Erziehungsprinzip OPOL (One Person – One Language) wird bei den Auswertungen besonders berücksichtigt. Im Mittelpunkt der deskriptiven Studie stehen die psychologischen Faktoren, und zwar auf der Grundlage der Erkenntnisse der Bindungstheorie von John Bowlby. Die Studie geht unter anderem auf folgende Fragen ein: Welche Rolle spielen Elemente der Bindungsqualität zwischen Eltern und Kind für eine gelungene Zweisprachigkeit? Haben Faktoren wie die Nähe zum Kind oder die Feinfühligkeit gegenüber dem Kind Auswirkungen auf die zweisprachige Erziehung?
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6. Die Bedeutung der Bindungsqualität zwischen Elternteil und Kind in der Erziehung

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6.Die Bedeutung der Bindungsqualität zwischen Elternteil und Kind in der Erziehung

In diesem Kapitel werden die Grundlagen der psychologischen Bindungstheorie erläutert und vorgestellt. Diese Prinzipien bilden die Grundlage, um die Bindungsqualität zwischen Elternteil und Kind festzustellen. Sie ergeben auch die Basis für unseren psycholinguistischen Ansatz zur Auswertung des Eltern-Fragebogens in Bezug auf den gewählten Sprachverwendungsansatz. In einem ersten Kapitel stellen wir die Bindungstheorie vor, um dann die verschiedenen Bindungsmuster und ihre Bedeutung zu diskutieren.

6.1 Der Begriff der Bindungstheorie

Der englische Psychoanalytiker und Kinderpsychiater John Bowlby (2010) begründete in den 1950-er Jahren die so genannte Bindungstheorie. Im Vordergrund stehen in dieser Theorie Aspekte der Bindung und Bindungsqualität zwischen Säugling / Kind und der erwachsenen Bezugsperson. Letztere sind normalerweise Vater und Mutter, können aber auch andere dem Kind sehr nahestehende Personen sein, wie etwa das Kindermädchen, der Großvater usw.

Wir stellen zunächst die Ankerpunkte dieser Theorie vor, um dann das Verhältnis von Exploration – Sicherheit und die Feinfühligkeit in der Bindung näher zu betrachten. Im Abschluss diskutieren wir „die Fremde Situation“ – ein Gradmesser der Bindungsqualität. ← 61 | 62 →

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