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Körper – Kultur – Kommunikation - Corps – Culture – Communication

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Edited By Alexander Schwarz, Catalina Schiltknecht and Barbara Wahlen

Mit seinem Körper versucht der Mensch, Gemeinsamkeit mit anderen Menschen herzustellen (Kommunikation) und systemhaft aufrecht zu erhalten (Kultur). Gleichzeitig sind der Körper und seine Eigenarten, wie etwa das Geschlecht oder die Generation, Ergebnisse von Kommunikation in Kultur. Beides ist keine harmonische Wechselwirkung, sondern ein problematischer, ja «skandalöser» Konflikt, den die aus vielen Forschungskulturen, Sprachen und Disziplinen stammenden Beiträge dieses Bandes einerseits historisch dokumentieren und andererseits theoretisch weiter denken. Dabei liegt der Fokus auf dem Mittelalter und der Frühen Neuzeit in Europa, als sich die modernen Beziehungsstrukturen noch nicht verfestigt hatten. Die Beiträge gehen auf die gleichnamige Tagung zurück, die im Mai 2013 in Lausanne stattgefunden hat. Sie sind auf Deutsch, Französisch und Englisch verfasst.
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Das Körperliche im Spiel der performativen Kommunikation am Beispiel der zu Danzig im 18. Jahrhundert vorgeführten kantatenhaften Gelgenheitsdichtung: Anna Just, Piotr Kociumbas

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ANNA JUST, PIOTR KOCIUMBAS (WARSCHAU)

Das Körperliche im Spiegel der performativen Kommunikation am Beispiel der zu Danzig im 18. Jahrhundert vorgeführten kantatenhaften Gelegenheitsdichtung

1. Einführung

Die Materialgrundlage für den vorliegenden Beitrag bilden ausgewählte literarische Texte der lutherischen Trauerkantaten, die im 18. Jahrhundert in Danzig als Gelegenheitskantaten anlässlich des Todes angesehener Danziger komponiert und im Rahmen der jeweiligen Beerdigungszeremonie in Kirchen musikalisch aufgeführt wurden. Die meisten dieser Trauerkantaten sind lediglich als gedruckte Textbücher erhalten geblieben. Aktuell werden sie in der Bibliothek der Polnischen Akademie der Wissenschaften zu Danzig aufbewahrt.

Unter Gelegenheitskantate wird hier eine mehrsätzige, nicht szenische und formal geschlossene vokal-instrumentale Komposition kirchlichen oder weltlichen Charakters verstanden, deren literarischer Text durch das Abwechseln in erster Linie von Abschnitten der Lieddichtung, genannt Arien, und des frei-madrigalischen Gedichts, genannt Rezitative, gekennzeichnet ist. Der Text kann durch lyrische, epische und dramatische Elemente geprägt sein und hängt thematisch zusammen mit aktuellen, bedeutenden Geschehnissen in einer lokalen Gemeinschaft wie etwa Ratswahlen oder mit einem aktuellen Ereignis aus dem Leben angesehener Persönlichkeiten einer Gemeinschaft, sei es deren Geburtstag, Hochzeit, Amtsantritt oder Tod bzw. Beerdigung (vgl. Kociumbas 2009a: 552; Kociumbas 2009b: 73–94). ← 175 | 176 →

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