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Körper – Kultur – Kommunikation - Corps – Culture – Communication

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Edited By Alexander Schwarz, Catalina Schiltknecht and Barbara Wahlen

Mit seinem Körper versucht der Mensch, Gemeinsamkeit mit anderen Menschen herzustellen (Kommunikation) und systemhaft aufrecht zu erhalten (Kultur). Gleichzeitig sind der Körper und seine Eigenarten, wie etwa das Geschlecht oder die Generation, Ergebnisse von Kommunikation in Kultur. Beides ist keine harmonische Wechselwirkung, sondern ein problematischer, ja «skandalöser» Konflikt, den die aus vielen Forschungskulturen, Sprachen und Disziplinen stammenden Beiträge dieses Bandes einerseits historisch dokumentieren und andererseits theoretisch weiter denken. Dabei liegt der Fokus auf dem Mittelalter und der Frühen Neuzeit in Europa, als sich die modernen Beziehungsstrukturen noch nicht verfestigt hatten. Die Beiträge gehen auf die gleichnamige Tagung zurück, die im Mai 2013 in Lausanne stattgefunden hat. Sie sind auf Deutsch, Französisch und Englisch verfasst.
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Strategien und Taktiken des Dialogs in den Fastnachtspielen von Hans Sachs: Galina Baeva, Daria Nifontova

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GALINA BAEVA, DARIA NIFONTOVA (ST. PETERSBURG)

Strategien und Taktiken des Dialogs in den Fastnachtspielen von Hans Sachs

Die letzten Jahrzehnte sind durch den „medienwissenschaftlichen Perspektivenwechsel in den Geisteswissenschaften“ gekennzeichnet – es hat sich ein „interdisziplinäres Forschungsfeld in so verschiedenen Disziplinen wie der Kulturanthropologie, der Psychologie, der Philosophie, der Ethnologie, der Altphilologie, der Schreibforschung und der Sprachwissenschaft herausgebildet1. Die Kommunikation als Austausch von Informationen im weiten Sinne des Wortes rückt in den Mittelpunkt. Die Zahl der Forschungen zur Kommunikation in den vergangenen Epochen nimmt immer zu.

Nur auf diesem diachronisch-historischen Hintergrund werden Struktur und Funktion gegenwärtiger Gespräche und ihr permanenter Wandel verständlich. Dies impliziert notwendig, Gespräche vergangener Sprachstadien, deren Voraussetzungen, Strukturen und Funktionen zu erarbeiten. In diesem Sinne sollte eine historisch gewendete Gesprächsanalyse in der Lage sein, historische gesprochene Sprache im Gespräch zu rekonstruieren2.

Das Ziel dieses Beitrages ist ein Versuch, Dialoge zwischen den handelnden Personen in den Fastnachtspielen von Hans Sachs hinsichtlich verschiedener Dialogtechniken, d. h. Sprecherstrategien und Sprechertaktiken zu rekonstruieren. In Anlehnung an Klaus Wagner gehen wir von einem globalen kommunikativen Ziel aus, das sich der Sprecher im Dialog setzt3. Klaus Wagner definiert Sprecherstrategie als „Planungsmuster für Sprechaktsequenzen“, unter „Sprecher ← 435 | 436 → taktik“ versteht er einen oder mehrere Gesprächsschritte, die zur Erfüllung des kommunikativen Ziels führen.

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