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Räume der Passion

Raumvisionen, Erinnerungsorte und Topographien des Leidens Christi in Mittelalter und Früher Neuzeit

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Edited By Hans Aurenhammer and Daniela Bohde

Ölberg, Pilatuspalast, Golgatha, Grabesstätte: die Passion Christi fand an konkreten Orten in und vor der Stadt Jerusalem statt. Der fromme Nachvollzug des Leidens des Erlösers in Mittelalter und Früher Neuzeit aktivierte diese räumliche Dimension auf vielfältige Weise. Kreuzwege und Kalvarienberge evozierten die Topographie der Kultstätten des fernen Heiligen Lands. Geistliche Schauspiele, Prozessionen und Hinrichtungsrituale verwandelten spätmittelalterliche Städte in hybride Räume, in denen die Erinnerung der Passion mit der Gegenwart der Gläubigen verschmolz. Tafelbilder, illustrierte Handschriften und Raumdekorationen eröffneten imaginäre Passionsräume, in die sich die Betrachterinnen und Betrachter versetzen konnten. Die Passion Christi wurde so verinnerlicht und erhielt einen Ort im Herzen der Gläubigen. Diese bisher vernachlässigte räumliche Dimension der Passionsfrömmigkeit ist das Thema des kunsthistorische, historische sowie literaturwissenschaftliche Beiträge umfassenden Bandes. Er verfolgt exemplarisch die Geschichte der zur Visualisierung der Passion Christi entwickelten Raumkonzepte und Raumsemantiken von der Spätantike bis zum 16. Jahrhundert.
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Körper und Karte – Historizität, Topographie und Vermessung medialer Wissensräume der Passion in der Frühen Neuzeit bei Christiaan van Adrichem und anderen

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Look, I´m not saying maps had no role in human affairs prior to 1500, but that after 1500 maps began to play the role they continue to play today. The decision to draw the line here is like Ian Hacking´s drawing of the line for the birth of statistics at 1660. […] I am inclined to think that the preconditions for the emergence of our concept of probability determined the very nature of this intellectual object […].1

Die Zäsur in der Geschichte der Kartographie, die Denis Wood in Anlehnung an David Buisseret2 formulierte, reflektiert die Erkenntnis, dass die bloße Definition des Begriffs Karte nicht ausreicht, um das frühneuzeitliche Medium zu beschreiben, und dass die Kartographie gerade im 16. Jahrhundert einen nie wieder in dieser Form erlebten rasanten Wandel erlebte. Für die Beschäftigung mit heiliger Geographie im 16. Jahrhundert und der Frage, wie das Wissen um die wahren Umstände der Passion Christi in diesen Themenkomplex eingewoben wurde, ist diese Erkenntnis von großer Relevanz.3

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