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Naturkunde im Wochentakt

Zeitschriftenwissen der Aufklärung

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Edited By Tanja van Hoorn and Alexander Košenina

In der Aufklärung wird umfassende Bildung über den Menschen, die Welt und die Kultur gefordert. Wissen über Astronomie, Physik, Chemie, Biologie, Medizin, Geologie oder Meteorologie vermitteln – vor der rasanten fachlichen Spezialisierung zu Beginn des 19. Jahrhunderts – insbesondere Zeitschriften.
Seit etwa 1750 konkurrieren auf dem Buchmarkt unterschiedlichste Periodika – vermischte Magazine, Rezensionsjournale, Moralische Wochenschriften –, die in Fachstudien, populären Essays, Lehrgedichten oder fiktionalen Erzählungen naturkundliche Inhalte an eine nicht minder vielfältige Leserschaft vermitteln. So entsteht eine populäre, öffentliche Akademie der Natur für das interessierte Bürgertum.
Der vorliegende Band sondiert dieses noch weitgehend unerschlossene Feld naturkundlichen Zeitschriftenwissens des 18. Jahrhunderts.
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Dichtes Wissen Zu Christian Ludwig Lichtenbergs und Johann Heinrich Voigts „Magazin für das Neueste aus der Physik und Naturgeschichte“: Marie-Theres Federhofer

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1781 erschien im Gothaer Ettinger Verlag der erste Band des Magazins für das Neueste aus der Physik und Naturgeschichte. Das neugegründete Periodikum sollte immerhin 17 Jahre lang, von 1781–1798, bestehen und brachte in dieser Zeit insgesamt 44 Hefte heraus. Ein gelungenes Unternehmen also, dessen maßgebliche Wirkung auch zeitgenössische Rezensenten anerkannten: Gewissenhaft verzeichnete die Allgemeine deutsche Bibliothek bzw., wie sie seit 1797 hieß, die Neue allgemeine deutsche Bibliothek zwischen 1783–1800 jedes neuerschienene Heft des Magazins und sparte nicht an Lob „dieses vortrefflichen Magazins“1, das „noch immer für den Kenner und Liebhaber der Physik und Naturgeschichte ein überaus nutzbares Werk“2 sei. Daher freue sich auch der „Recens. […] allemal, wenn ihm ein neues Stück zugeschickt wird.“3

Dieses „nutzbare“ und „vortreffliche“ Magazin für das Neueste aus der Physik und Naturgeschichte, das bereits im Titel eine nicht zu überbietende Aktualität der mitgeteilten Nachrichten verspricht, eben „das Neueste“, fügt sich in eine insgesamt zu beobachtende Tendenz im 18. Jahrhundert: die Beschleunigung der Zirkulation naturwissenschaftlicher Erkenntnisse durch Zeitschriftengründungen. Gerade naturwissenschaftliche Zeitschriften erlebten nach ← 29 | 30 → 1740 auf dem deutschen Buchmarkt einen bemerkenswerten Zuwachs.4 Die Zunahme empirischen Wissens im Bereich der Naturforschung führte zu der Erwartung, diese neuen Erkenntnisse auch rasch verfügbar zu machen. Anders gesagt, resultierte der Empirieschub in den Naturwissenschaften in einem erhöhten Aktualitätsdruck, der wiederum bestimmte Informations- und Kommunikationskanäle generierte.5

Diese Beschleunigung naturkundlichen Wissens im Medium der Zeitschrift will ich im...

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