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Naturkunde im Wochentakt

Zeitschriftenwissen der Aufklärung

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Edited By Tanja van Hoorn and Alexander Košenina

In der Aufklärung wird umfassende Bildung über den Menschen, die Welt und die Kultur gefordert. Wissen über Astronomie, Physik, Chemie, Biologie, Medizin, Geologie oder Meteorologie vermitteln – vor der rasanten fachlichen Spezialisierung zu Beginn des 19. Jahrhunderts – insbesondere Zeitschriften.
Seit etwa 1750 konkurrieren auf dem Buchmarkt unterschiedlichste Periodika – vermischte Magazine, Rezensionsjournale, Moralische Wochenschriften –, die in Fachstudien, populären Essays, Lehrgedichten oder fiktionalen Erzählungen naturkundliche Inhalte an eine nicht minder vielfältige Leserschaft vermitteln. So entsteht eine populäre, öffentliche Akademie der Natur für das interessierte Bürgertum.
Der vorliegende Band sondiert dieses noch weitgehend unerschlossene Feld naturkundlichen Zeitschriftenwissens des 18. Jahrhunderts.
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„Erkenntniß von der Größe des Schöpfers“ Populäre Naturkunde in den „Physikalischen Belustigungen“ (1751–1757): Alexander Košenina

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Als Lessings Vetter Christlob Mylius 1751 das naturkundliche Magazin Physikalische Belustigungen gründete, nannte er ausdrücklich zwei andere prominente Journale als Vorbilder: zum einen die Belustigungen des Verstandes und des Witzes (1741–1745) als erste belletristische Zeitschrift aus dem Gottsched-Kreis, zum anderen das Hamburgische Magazin (1747–1767) als wichtigstes Periodikum zur Naturkunde dieser Zeit. Er wolle – erklärt Mylius in der „Vorrede“ – das Nützliche mit dem Angenehmen verbinden. Dabei setzt er voraus, dass „die ganze Naturlehre ein Zusammenhang mannigfaltiger Belustigungen ist“ und zur „Haushaltungskunst“, mithin zur Ökonomie im alten Sinne, sowie Wirtschaft („Handlung“) ebenso beitrage wie grundsätzlich zur physikotheologischen „Erkenntniß von der Größe des Schöpfers und seiner selbst“, also des Menschen.1

Für die unterhaltende Belehrung, womit Mylius an das fachkundige Hamburgische Magazin sowie an seine eigene frühere Zeitschrift Der Naturforscher (1747/1748) als Reservoire der Naturkunde im weitesten Sinne2 wie an die geistreich vermittelten Kuriositäten der Belustigungen des Verstandes und des Witzes anknüpft, ist die Kategorie der „Neugier“ (I, 8) einschlägig. Spätes ← 107 | 108 → tens seit Eberhard Werner Happels Relationes Curiosae3 hat sich ein Zeitschriftentypus großer thematischer Breite und vielfältiger, auch illustrierter Merkwürdigkeiten als Erfolgsmodell erwiesen. Wie das Hamburgische Magazin enthalten die Physikalischen Belustigungen Beiträge aus allen Gebieten der theoretischen und praktisch-technologischen Naturkunde: Medizin und Teratologie (z. B. Neue Versuche mit dem menschlichen Blute; Von einer seltsamen Mißgeburt), Botanik und Zoologie (z. B. Über die Vermählung der Pflanzen; Zufällige Gedanken über...

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