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Naturkunde im Wochentakt

Zeitschriftenwissen der Aufklärung

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Tanja van Hoorn and Alexander Košenina

In der Aufklärung wird umfassende Bildung über den Menschen, die Welt und die Kultur gefordert. Wissen über Astronomie, Physik, Chemie, Biologie, Medizin, Geologie oder Meteorologie vermitteln – vor der rasanten fachlichen Spezialisierung zu Beginn des 19. Jahrhunderts – insbesondere Zeitschriften.
Seit etwa 1750 konkurrieren auf dem Buchmarkt unterschiedlichste Periodika – vermischte Magazine, Rezensionsjournale, Moralische Wochenschriften –, die in Fachstudien, populären Essays, Lehrgedichten oder fiktionalen Erzählungen naturkundliche Inhalte an eine nicht minder vielfältige Leserschaft vermitteln. So entsteht eine populäre, öffentliche Akademie der Natur für das interessierte Bürgertum.
Der vorliegende Band sondiert dieses noch weitgehend unerschlossene Feld naturkundlichen Zeitschriftenwissens des 18. Jahrhunderts.
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Ars medica für Kenner und Liebhaber Das medizinische Rezensionswesen der „Allgemeinen deutschen Bibliothek“ am Beispiel von Johann August Unzer und Philipp Gabriel Hensler: Stefanie Stockhorst

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In der Fächersystematik von Friedrich Nicolais Rezensionszeitschrift Allgemeine deutsche Bibliothek (ADB) steht die Medizin mit der Theologie und der Rechtswissenschaft an oberster Stelle, wie es der Fakultätenhierarchie und mithin den Erwartungen der „vorwiegend gelehrte[n] Zielgruppe dieser Zeitschrift“1 entsprach. In Gelehrtenkreisen war die ADB weit verbreitet, und zwar keineswegs nur unter ihren Mitarbeitern.2 Zugleich ging es Nicolai jedoch auch darum, ein gebildetes Lesepublikum jenseits der engeren Fachleute zu erreichen. Zu den Rezipienten der ADB zählten nachweislich auch Personen aus Wirtschaft und Verwaltung sowie Lesegesellschaften, die eine breitere, bildungsbürgerlich geprägte Öffentlichkeit erreichten.3 Der langanhaltende Erfolg der ADB beruhte nicht nur auf ihrer Vielseitigkeit, Effizienz und Aktualität, sondern auch auf ihrer Funktion als Informations- und Diskussionsplattform für die in verschiedensten Territorien ansässigen Wissenschaftler und Schöngeister.4 Als genuines „Medium der Aufklärung“5 bildete Nicolais Rezensionszeitschrift – bei aller Kritik an seiner Meinungslenkung6 – ← 157 | 158 → im deutschen Sprachraum einen zentralen Umschlagplatz für eine kritische, fächerübergreifende Gelehrtenkultur. Sie trug maßgeblich dazu bei, „öffentliche, zumindest teilöffentliche Räume des Raisonnements“7 zu schaffen.

Ältere allgemeinwissenschaftlich ausgerichtete Zeitschriften wie die Miscellanea Berolinensis (1710–1743) oder die Göttingischen Zeitungen (seit 1753: Anzeigen) von gelehrten Sachen (1739 ff.) richteten sich als Akademiezeitschriften an einen „begrenzten Kreis von Universalgelehrten oder auch allmählich von Fachgelehrten“8. Im Unterschied dazu handelte es sich bei der ADB um eine reine Verlagspublikation ohne wissenschaftlichen Beirat, und ihre Leserschaft war deutlich breiter, ähnlich wie bei den...

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