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Schweizer Jahrbuch für Musikwissenschaft- Annales Suisses de Musicologie- Annuario Svizzero di Musicologia

Neue Folge / Nouvelle Série / Nuova Serie- 33 (2013)- Redaktion / Rédaction / Redazione: Luca Zoppelli

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Der 33. Band des Schweizer Jahrbuchs für Musikwissenschaft vereint Studien von Wissenschaftlern an Schweizer Hochschulen mit einigen Beiträgen aus der internationalen Forschungslandschaft. Mit dabei sind auch zwei Artikel aus der Feder junger Forscher, die kürzlich ihre Ausbildung an Schweizer Hochschulen abgeschlossen haben. Damit kann ein breites Spektrum an Interessen und Gegenständen berücksichtigt werden.
Die Artikel von Föllmi, Fahrenkämper und Vincent bieten Überlegungen und Erkenntnisse philologischen, archivalischen und historischen Charakters über drei Persönlichkeiten der schweizerischen Kulturgeschichte der letzten drei Jahrhunderte und deren Wirkungskontexte. Sie beleuchten die Komplexität ihrer Beziehungen zu politischen und sozialen Umfeldern in den europäischen Metropolen. Die Studien von Ahrend und Roccatagliati sind auf Forschungsinitiativen zurückzuführen, die von Schweizer Universitäten gefördert sind. Schliesslich entstammen die bedeutenden archivalischen und philologischen Beiträge von Lucentini und Zitellini. Dal Molin, Dotto und Girardi unterstützen mit ihren Beiträgen die anderen, für dieses Heft wesentlichen Themen: das 20. Jh., die Erscheinungsformen des Kompositionsprozesses im Musiktheater – vornehmlich dem Italienischen – und die Reflexion über Quellen, selbst wenn es sich nicht nur um ausdrücklich musikalische handelt.
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Othmar Schoecks Oper Massimilla Doni und die nationalsozialistische Zensur

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BEAT FÖLLMI (Straßburg)

Einleitende Überlegungen

Im Rahmen der Kritischen Gesamtausgabe der Werke des Schweizer Komponisten Othmar Schoeck (1886–1957)1 ist das Problem der Zensureingriffs aufgetaucht, das den Verfasser zu den grundsätzlichen Überlegungen geführt hat, die im folgenden vorgestellt werden sollen. Es geht dabei konkret um Othmar Schoecks Oper Massimilla Doni, die 1937 in Dresden uraufgeführt worden ist.

Kritische Ausgaben von modernen Texten gehen bekanntlich in der Regel von einem ‹Urtext› aus. Demzufolge gibt es einen mehr oder weniger langen Entstehungsprozess (Skizzen, Entwürfe, Vorstufen, verworfene Fassungen), der auf eine Endfassung hinausläuft. Spätere Überarbeitungen des Autors ergeben Varianten, Bearbeitungen, die wiederum genau abgegrenzt werden (beispielsweise die ‹Wiener Fassung› von Glucks Orfeo ed Euridice). Natürlich hält ein solches, etwas schematisches Konzept den heutigen Vorstellungen von Autorschaft und Textkonstituierung nur noch bedingt statt, insbesondere im Zuge postmoderner Literaturtheorien, wo die Bande zwischen dem Autor und dem Text gelockert worden sind.2

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