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Interkulturelle Literatur in deutscher Sprache

Das große ABC für interkulturelle Leser

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Carmine Chiellino

Als Leser, Herausgeber und Forscher von interkultureller Literatur hat Carmine Chiellino im Laufe von drei Jahrzehnten eine elementare deutschsprachige Terminologie erarbeitet, um über seine Erfahrungen mit der interkulturellen Literatur in Westeuropa und in Nordamerika anders als in den geläufigen Diskursen zu denken und zu schreiben. Die Terminologie ist aus der schlichten Notwendigkeit hervorgegangen, Schreibmodelle und Strategien, eigene Motivationen und fremde Zwänge beim Sprachwechsel, interkulturelle Lebensläufe und Entstehungskontexte, Projekte und Fragestellungen, die in Werken von interkulturellen Schriftstellern aus unterschiedlichen Sprach- und Kulturräumen vorkommen, stichwortartig zu erfassen. Dieser Band stellt rund 100 Stichwörter vor, die durch Textbeispiele, Werkbeispiele, Autorenbeispiele oder Kontextbeispiele erläutert werden und den Leser unterstützen sollen, die betreffenden Werke interkulturell lesen zu können. Die Textbeispiele sind in der Originalsprache und mit der deutschen Übersetzung wiedergegeben.
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Dialogische Bezogenheit → Erzählter Raum und Erzählte Zeit

Dialogischer Austausch

Eher am äußersten Rande der interkulturellen Literatur befinden sich zahlreiche Autoren, die Werke mit dem erklärten Ziel verfassen, den Austausch zwischen den Kulturen zu fördern. Ihre Leser erhoffen sich, über Wege und Mittel des Austausches zwischen den Kulturen soweit informiert zu werden, dass sie sich in einer der Kulturinitiativen zugunsten der Einwanderer engagieren können. Dabei wird von Autoren wie von Lesern übersehen, dass Kulturaustausch im Kontext von Einwanderung an der einfachen Tatsache scheitert, dass der Austauschpartner längst im selben Land wie der Gastgeber lebt.

Im alltäglichen Kontakt mit der Kultur des Aufnahmelands wird sich der Einwanderer über die Jahre so ausführlich mit ihr ausgetauscht haben, dass er keine zwingende Notwendigkeit mehr empfindet, sich dem Gastgeber als Partner für einen Kulturaustausch und zwar Jahrzehnte später zu stellen. Dennoch lohnt es sich herauszufinden, wie führende Autoren der interkulturellen Literatur mit dem Thema umgegangen sind. Denn selbst wenn sie anderen Themen den Vorzug gegeben haben, ist es keinem von ihnen erspart geblieben, sich eine Antwort auf die Frage zu geben: Wie verhalten sich meine zwei bzw. drei Sprachen untereinander, während ich lediglich eine von ihnen, und nicht unbedingt immer dieselbe, schreibe?

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