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Die Bedeutung der Rezeptionsliteratur für Bildung und Kultur der Frühen Neuzeit (1400–1750), Bd. II

Beiträge zur zweiten Arbeitstagung in Haldensleben (Mai 2013)

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Edited By Alfred Noe and Hans-Gert Roloff

Wie bereits in der ersten Arbeitstagung in Eisenstadt 2011 ausgeführt, weist die Mittlere Deutsche Literatur zwischen 1400 und 1750 einen beträchtlichen Bestand an deutschsprachiger Rezeptionsliteratur auf, deren statistisches Verhältnis zur originalen deutschen Literatur in Frühneuhochdeutsch und Neulatein noch nicht ausreichend ermittelt ist. Sichtung, Aufarbeitung und bildungsgeschichtliche Wertung dieser Literatur gehören wohl zu den interessantesten und historisch aussagekräftigsten Aufgaben, welchen sich die Beiträge dieses Bandes exemplarisch widmen. Die Schwerpunkte liegen dabei auf der Rezeption antiker Kultur (Wiederentdeckung der Palliata, Überlieferung von Mythologie, Verarbeitung von Vergil), auf der Filiation mittelalterlicher Motive und auf der Verbreitung von italienischer Renaissanceliteratur im deutschen Sprachraum. Neben herausragenden Beispielen der literarischen Rezeption europäischer Literaturdenkmäler und neulateinischer Texte werden ästhetische Probleme von Rezeptionsliteratur im Allgemeinen und die theoretische Basis des Petrarkismus im Besonderen dargelegt.
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Georg Philipp Harsdörffers Bücher. Die Bibliographien und Verweise der Frauenzimmer-Gesprächspiele: Daniel Syrovy

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Unter den zahlreichen Problemen, die sich bei der Beschäftigung mit dem Werk Harsdörffers ergeben – angefangen bei der schlechten Editionslage und der unzureichenden Verfügbarkeit mancher Texte, bis hin zu interpretatorischen Fragen – ist die Verankerung seines breiten literarischen Schaffens in einem internationalen Kontext von ausnehmender Schwierigkeit. Dass Harsdörffer meist, aber nicht immer auf den ersten Blick erkennbar, mit Vorlagen und Quellen gearbeitet hat, ist bekannt. Dies gilt für praktisch alle seine oft umfangreichen Bücher, und ganz besonders für die acht Bände der Frauenzimmer-Gesprächspiele (1641–51), die in der Tat schon auf dem Titelblatt mit dem Umstand werben, dass ihr Inhalt aus „Spanischen/ Frantzösischen/ Italiänischen Scribenten“ gezogen und in deutscher Sprache abgefasst sei. Die Sammlung enthält (neben zahlreichen anderen Texten, z.B. dem letzten Band beigefügte „XXV. Merkwürdige Fragen aus der Naturkündigung und Sitten- oder Tugendlehre“) dreihundert numerierte Spiele, von denen ein großer Teil auf spezifische Quellen zurückgeht, wobei zusätzlich zu sagen ist, dass die wenigsten Spiele nur ein einziges Thema berühren. Offensichtlich ist einer solchen Textstruktur ohne Hilfestellung kaum beizukommen.

Glücklicherweise inkludiert Harsdörffer aber am Ende von Band zwei und vier der Gesprächspiele jeweils eine umfangreiche Bibliographie; in jedem der acht Bände finden sich zudem zahlreiche Belege und Verweise von unterschiedlicher Genauigkeit.1 Die beiden Listen sind, um dies gleich vorwegzunehmen, stark fehlerhaft und nicht sehr zuverlässig, was die konkreten Angaben betrifft (Verlagsorte, Publikationsjahre, etc.). Einige Titel sind...

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