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Munera Friburgensia

Festschrift zu Ehren von Margarethe Billerbeck

Edited By Arlette Neumann-Hartmann and Thomas Schmidt

Margarethe Billerbeck hat sich über Jahrzehnte hinweg unermüdlich für die Klassische Philologie eingesetzt. Generationen von Studenten der Fächer Latein und Griechisch hat sie als Ordinaria an der Universität Freiburg (Schweiz) nicht nur durch ihre wissenschaftliche Kompetenz und philologische Genauigkeit gefördert, sondern auch durch ihre grosse Menschlichkeit geprägt. Durch ihre zahlreichen wissenschaftlichen Publikationen sowie ihre Tätigkeit als Herausgeberin wissenschaftlicher Reihen und ihren selbstlosen Einsatz für Institutionen und Projekte im Bereich der Altertumswissenschaften hat sie zugleich weltweit grosse Anerkennung erlangt. So verstehen sich diese Munera Friburgensia, von Kollegen am Institut für Antike und Byzanz, ihren Mitarbeitern und ihren Doktoranden zum Anlass ihres 70. Geburtstages verfasst, als ein Tribut der Freiburger Altertumswissenschaften an eine herausragende Wissenschaftlerin und Dozentin.
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Sprachmusikalische Rhythmisierung: Ovids Spiel mit dem Dekadensystem

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← 188 | 189 →ORLANDO POLTERA

Seneca (nat. 3,27,13) geht nicht fehl, wenn er in den frühen 60er Jahren unserer Zeit Ovid als «ille poetarum ingeniosissimus» bezeichnet. Schon in dessen Erstlingswerk, den Amores, blitzt die spielerische Leichtigkeit seiner Verskunst auf. Eine rhythmische Einheit zieht dabei unsere Aufmerksamkeit auf sich: Innerhalb der verschiedenen Gedichte unterschiedlicher Länge lassen sich immer wieder Untereinheiten von fünf Distichen, also von «Dekaden» (oder deren Multiplen) ausmachen. So umfasst zumal das Eröffnungsgedicht dieses Erstlingswerkes (am. 1,1) nicht nur genau 30 Verse, sondern es ist gleichzeitig als Ringkomposition konzipiert. Dass es sich tatsächlich um eine in sich geschlossene Einheit handelt, wird einerseits auf sprachlicher Ebene durch Echos an den Versenden unterstrichen: 2 modis / 28 modis; 4 pedem / 30 pedes. Weiterhin entsprechen sich die Versenden 3 Cupido und 29 myrto, die eine Metonymie mit (doppelter) Assonanz darstellen.1 Andererseits lassen sich auch rhythmische «Spielereien» beobachten. Ovid eröffnet das Gedicht mit vier Versen, die eine Art Proömium darstellen: Gleich zu Beginn setzt er sich in heiter-frivolem Ton mit Vergils Aeneis auseinander – die berühmte Eröffnungssequenz arma virumque cano wird mit arma gravi numero (1) parodiert.2 Dabei lässt es sich Ovid nicht nehmen, zunächst den Bezug ← 189 | 190 →zum Epos schlechthin, dann auch jenen auf die Aeneis selbst rhythmisch deutlich zu markieren: Das erste Distichon ist holo-daktylisch gestaltet, während das zweite mit einem Hexameter eröffnet, der exakt denselben Rhythmus zeigt wie Vergils erster Vers (Spondeen...

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