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Munera Friburgensia

Festschrift zu Ehren von Margarethe Billerbeck

Edited By Arlette Neumann-Hartmann and Thomas Schmidt

Margarethe Billerbeck hat sich über Jahrzehnte hinweg unermüdlich für die Klassische Philologie eingesetzt. Generationen von Studenten der Fächer Latein und Griechisch hat sie als Ordinaria an der Universität Freiburg (Schweiz) nicht nur durch ihre wissenschaftliche Kompetenz und philologische Genauigkeit gefördert, sondern auch durch ihre grosse Menschlichkeit geprägt. Durch ihre zahlreichen wissenschaftlichen Publikationen sowie ihre Tätigkeit als Herausgeberin wissenschaftlicher Reihen und ihren selbstlosen Einsatz für Institutionen und Projekte im Bereich der Altertumswissenschaften hat sie zugleich weltweit grosse Anerkennung erlangt. So verstehen sich diese Munera Friburgensia, von Kollegen am Institut für Antike und Byzanz, ihren Mitarbeitern und ihren Doktoranden zum Anlass ihres 70. Geburtstages verfasst, als ein Tribut der Freiburger Altertumswissenschaften an eine herausragende Wissenschaftlerin und Dozentin.
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Ut princeps sic Iuppiter: Zur Götterversammlung in Claudians De Raptu Proserpinae III 1–66

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← 214 | 215 →CÉLINE LEUENBERGER

«Unterdessen befahl Jupiter der in Wolken gehüllten Iris, Tochter des Thaumas, sich auf den Weg zu machen und aus der ganzen Welt die Götter herbeizuholen.»1 So beginnt die Götterversammlung am Anfang des dritten Buches von Claudians De raptu Proserpinae. In den vorausgehenden zwei Büchern wurden die Handlungsfiguren Pluto, Jupiter, Ceres und Proserpina vorgestellt, der Mythos auf Sizilien situiert und der Raub der Proserpina beschrieben. Nun ruft Jupiter die Götter – mit Ausnahme der Ceres – zusammen, um ihnen den Grund dieses Raubes zu erläutern. Er hält eine würdevolle Rede und erklärt, Natura habe sich bei ihm beklagt, dass die Menschen unter seiner Herrschaft, also nach der Abschaffung des saturnischen Zeitalters, in Mühsal leben müssten und zu sehr litten. Deshalb habe er beschlossen, dass Ceres in verzweifelter Suche nach ihrer Tochter die ganze Welt durchirren müsse, bis sie, erfreut über ein Zeichen der ausfindig gemachten Tochter, den Menschen das Getreide schenken werde. Und zum Schluss seiner Rede verbietet Jupiter den anderen Göttern, Ceres den Räuber ihrer Tochter zu verraten, da sie, damit sein Plan verwirklicht werden könne, in Unwissenheit gelassen werden müsse.

Das concilium deorum ist ein überaus bekannter Topos in der antiken Literatur und, wenn Claudian am Ende des 4. Jh. n. Chr. eine Götterversammlung beschreibt, dann steht er in einer langen Tradition. Es ist offensichtlich, dass er aus verschiedenen zuvor beschriebenen Götterversammlungsszenen gesch...

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