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Was Ist Leben?

Naturphilosophische Grundlagen der Medizin

Piet van Spijk

Spätestens dann, wenn sich das Fest dem Ende zuneigt, wenn Krankheit, Alter und Tod sich melden, möchten die meisten von uns das Leben doch zumindest ein wenig verstehen. In der vorliegenden Arbeit stellt der Autor – an Philosophen wie Leibniz, Schelling und Whitehead anknüpfend – die Hypothese auf, dass nicht tote Dinge, sondern lebende Organismen Grund und Ursprung der Welt sind. Leben wäre demnach als grundlegendes Prinzip gesetzt und das Tote wäre diesem als erschöpftes Leben, das seine Vielfalt und Komplexität verloren hat, nachgeordnet.
Die theoretischen Konsequenzen einer solchen organismischen Weltsicht sind vielfältig und werden der Reihe nach besprochen. Der Leser wird dabei zu einer spannenden und abenteuerlichen Reise durch wichtige Gebiete der Philosophie eingeladen.
Der Autor – zugleich Arzt und Philosoph – zeigt auf, dass diese neuen Wege des Denkens auch auf der praktischen Ebene vielversprechend sind und beispielsweise mithelfen können, eine «integrative Medizin» zu begründen, welche diesen Namen auch tatsächlich verdient.
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VII. Gegenstände und Organismen

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VII.  Gegenstände und Organismen

1. Was sind Gegenstände?

Bis jetzt war von Organismen und Lebewesen die Rede. Jetzt soll es darum gehen, zu klären, worin sie sich von toten und unbelebten Gegenständen (Sachen, Dingen etc.) unterscheiden. Um zu verstehen, was Gegenstände sind, ist es nötig, noch einmal auf den Begriff des ‚Nexus‘ zurückzukommen. Ich habe in Abschnitt VI1b darauf hingewiesen, dass ein Minimum an (Ein-)Ordnung für alle und alles unabdingbar sei, um überhaupt Teil der Welt sein zu können und es wurde auch darauf hingewiesen, dass Teil der Welt zu sein meint, andere Organismen zu erfassen und von ihnen erfasst zu werden. Der Vorgang des Erfassens und des immer gleichzeitig auch stattfindenden Erfasst-Werdens durch andere Organismen führt als erstes zur Nexus-Bildung. Dabei handelt es sich, dies wurde in Abschnitt IV3e insbesondere anhand von Abbildung 8 erklärt, um eine ganz einfache Form des Erfassens, dem sog. ‚reaktiven Erfassen‘.

Die einfachsten Nexūs kennen als gemeinsame Idee einzig eine räumliche und/oder zeitliche Bezogenheit. Es gibt in der uns bekannten Welt wahrscheinlich nichts, was nicht mindestens einen dieser beiden Bezüge aufweisen würde.212 Ein einfacher Nexus wird beispielsweise durch die Wahrnehmung eines mit Gegenständen gefüllten Raums gebildet. Ein solcher Verbund bildet sich einzig dadurch, dass diese Gegenstände gleichzeitig in so enger Bezogenheit sind, dass wir als Erfassende sie gemeinsam in unser Blickfeld bekommen. Erfolgt das gegenseitige Erfassen der aE/ aO...

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