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Was Ist Leben?

Naturphilosophische Grundlagen der Medizin

Piet van Spijk

Spätestens dann, wenn sich das Fest dem Ende zuneigt, wenn Krankheit, Alter und Tod sich melden, möchten die meisten von uns das Leben doch zumindest ein wenig verstehen. In der vorliegenden Arbeit stellt der Autor – an Philosophen wie Leibniz, Schelling und Whitehead anknüpfend – die Hypothese auf, dass nicht tote Dinge, sondern lebende Organismen Grund und Ursprung der Welt sind. Leben wäre demnach als grundlegendes Prinzip gesetzt und das Tote wäre diesem als erschöpftes Leben, das seine Vielfalt und Komplexität verloren hat, nachgeordnet.
Die theoretischen Konsequenzen einer solchen organismischen Weltsicht sind vielfältig und werden der Reihe nach besprochen. Der Leser wird dabei zu einer spannenden und abenteuerlichen Reise durch wichtige Gebiete der Philosophie eingeladen.
Der Autor – zugleich Arzt und Philosoph – zeigt auf, dass diese neuen Wege des Denkens auch auf der praktischen Ebene vielversprechend sind und beispielsweise mithelfen können, eine «integrative Medizin» zu begründen, welche diesen Namen auch tatsächlich verdient.
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VIII. Evolution

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In der philosophischen Diskussion ist die leiseste Andeutung dogmatischer Sicherheit hinsichtlich der Endgültigkeit von Behauptungen ein Zeichen von Torheit.

A. N. Whitehead

1. Evolutionstheoretische Glaubensgrundsätze

a. ‚Evolution‘ – eine Erfolgsgeschichte

Evolutionskonzepte haben in der zweiten Hälfte des 19. und dann erst recht im 20. Jahrhundert eine beispiellose, bis heute anhaltende, wissenschaftstheoretische Karriere gemacht. Heute geht die Wissenschaftsgemeinde allgemein davon aus, dass ein kosmischer Evolutionsprozess vor ca. 14 Milliarden Jahren mit einem sog. ‚Urknall‘ begonnen hat, womit zugleich und in einem der Grundstein einer immerwährenden, bis heute anhaltenden Entwicklung vom Einfachen hin zum immer Komplexeren gelegt worden sei.

Charles Darwin hat vor gut 150 Jahren am Beispiel von Tieren zum ersten Mal einen Mechanismus formuliert, mit Hilfe dessen es möglich ist, eine ständige Weiterentwicklung des Lebens auf der Erde verständlich zu machen. Darwins Theorie wurde seither einerseits verfeinert und andrerseits auf Prozesse ausgeweitet, die weit über die von ihm ursprünglich beschriebenen hinausgehen. Sie betrifft jetzt nicht nur mehr die Entwicklung von (Tier-)Arten, sondern, auch diejenige von Molekülen, einfachen Zellen (sog. präbiotische Evolution) und sogar den Kosmos als Ganzer. Die meisten Wissenschaftler gehen heute davon aus, dass überhaupt alles, was existiert, Ausdruck und Folge eines immerwährenden evolutionären Prozesses sei. ← 205 | 206 →

Dafür ist allerdings eine meist stillschweigend vorgenommene Änderung der Darwinschen Evolutionstheorie nötig. Die ursprüngliche Version lautete wie folgt: „Zufällige Veränderungen...

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