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Internationales Alfred-Döblin-Kolloquium- Berlin 2011

Massen und Medien bei Alfred Döblin

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Stefan Keppler-Tasaki

Das «Kollektivwesen Mensch» hat die literarische Imagination und das intellektuelle Verantwortungsbewusstsein Alfred Döblins bis an die Grenzen der Sprache herausgefordert. Der Schriftstellerarzt verfolgte das Phänomen der Masse im Leben der Großstädte, in den Weltkriegen und in globalen Migrationsbewegungen. Es motiviert die exuberanten Textmassen seiner Romane ebenso wie seine experimentierfreudigen Feuilletons, Radio- und Filmtexte, die auf ein Massenpublikum hin angelegt sind. Die «richtige Einstellung auf die Masse» wurde ihm zu Problem und Aufgabe neuer literarischer Repräsentationsformen und einer medialen Massenbildung.
Der Band dokumentiert das 18. Internationale Alfred-Döblin-Kolloquium, das 2011 zum Thema «Massen und Medien bei Alfred Döblin» in Berlin tagte und auch für den Massendiskurs einschlägige Autoren wie Ernst Toller und Hans Fallada berücksichtigte.
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(Massen-) Medien: Intermedialität und Subjektivität bei Alfred Döblin: Sabine Kyora

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(Massen-) Medien

Intermedialität und Subjektivität bei Alfred Döblin

Sabine Kyora

Die Zeit zwischen 1900 und 1960 war eine Epoche der rasanten Medienentwicklung, wobei die größte Veränderung in der Medienlandschaft schon in der Weimarer Republik anzusetzen ist. Nicht nur die Massenmedien Film und Rundfunk entwickelten und verbreiteten sich bis 1933, auch Zeitungen und Zeitschriften als ‚alte‘ Schriftmedien veränderten ihr Gesicht, indem sie z. B. ihre Bildanteile vergrößerten und sich auf ein Massenpublikum ausrichteten. Als Massenmedien kann man die technischen Verbreitungsmittel von Massenkommunikation verstehen, „bei der Aussagen öffentlich (also ohne begrenzte und personell definierte Empfängerschaft), indirekt (also bei räumlicher oder zeitlicher oder raumzeitlicher Distanz zwischen den Kommunikationspartnern) und einseitig (also ohne Rollenwechsel zwischen Aussagenden und Aufnehmenden) an ein disperses Publikum“ gemacht werden.1 Diese Beschreibung trifft auf den Film, auf das Radio und das Fernsehen zu, ebenso wie auf die veröffentlichten und verbreiteten Fotos und Schallplatten. Bis auf das Fernsehen waren alle Massenmedien seit den 20er Jahren entwickelt. Darüber hinaus sind auch die neueren Speichermedien Schallplatte und Foto – diese sowohl als private Porträts wie als Teil der illustrierten Zeitschriften – mittlerweile für viele erschwinglich und wie das Buch Teil der Alltagskultur.

Die Veränderung der Medienlandschaft und die Prägung des Alltags durch den Umgang mit Medien reflektiert natürlich auch die Literatur der Weimarer Republik. So ist ‚Multimedialität‘ als aktueller Zustand der Massenkommunikation z. B. das große Thema in Gabriele...

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