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Rationalität und Formen des Irrationalen im deutschen Sprachraum

Vom Mittelalter bis zur Gegenwart

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Edited By Gabriela Antunes, Sonia Goldblum and Noémie Pineau

Die Beiträge dieses Bandes richten einen umfassenden, interdisziplinären Blick auf das Thema des Rationalen und des Irrationalen im deutschen Sprachraum. Um dem Phänomen näher zu kommen, werden die Ausdrucksformen dieses Begriffspaares vom Mittelalter bis in die Gegenwart pluriperspektivisch herausgearbeitet. Bemerkenswert ist die allgegenwärtige Aktualität des Themas sowie dessen Vielfalt an Facetten, Bedeutungen und Auswirkungen. Dabei fungiert das irrational Erscheinende oft als dasjenige Element, das die Existenz des Rationalen überhaupt erst ermöglicht. Dieses von Nachwuchswissenschaftlern getragene und herausgegebene Projekt geht zurück auf einen deutsch-französischen Workshop, der 2010 an der Universität Straßburg stattgefunden hat und die Wechselbeziehungen von Rationalität und Irrationalität zum Thema hatte. Der vorliegende Band wird durch weitere Beiträge zu diesem Thema ergänzt.

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Vorwort 1

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Vorwort Gabriela ANTUNES, Sonia GOLDBLUM Noémi PINEAU, Stephan LAUF Gemeinhin wird Rationalität mit Vernunft gleichgesetzt, oder als ein ver- nunftgeleitetes Verhalten definiert. Semantisch vermehrt sich der Begriff aber auch mit den Ideen von ‹richtig› und ‹wirklichkeitssinnig› und gilt als Bewertungskriterium einer bestimmten Bedingung oder Handlung, welche sowohl das Plausibilitäts- als auch das Wahrscheinlichkeitsmuster zufrieden stellt. Das Irrationale wird in der Regel als Pendant zur Rationalität verstan- den, d.h als Merkmal von Verhalten oder Begriffen, die der Vernunft nicht entsprechen und mit dem logischen Denken nicht fassbar sind. Nach diesen Bestimmungen scheinen sich die zwei Begriffe nur durch diese strikte Tren- nung zu kennzeichnen. Die Unterscheidung von Rationalem und Irrationa- lem oder die Zuordnung eines Phänomens zu einem der beiden Begriffe, schließt die gleichzeitige Zuordnung zum anderen anscheinend aus. Den- noch können Rationalität und Irrationalität nicht getrennt verstanden wer- den. Was wir unter Rationalität und Irrationalität verstehen, kann sich nur in genuin dialektischer Perspektive zeigen. Die beiden Konzepte sind nicht nur als äußere Negation aufeinander bezogen, sondern bedingen sich je auch intern. Der Bedeutungsgehalt dieser Begriffe muss verallgemeinerbar sein, um als taugliche wissenschaftliche Kategorien fungieren zu können. Daraus folgt nun aber, dass das Rationale das Irrationale prinzipiell kontaminiert, wenn es als wissenschaftliche Kategorie brauchbar sein soll, mehr noch, wenn von ihm überhaupt eine sinnvolle Rede möglich sein soll. Die wissen- schaftliche Kategorie des Irrationalen ist fest in der Rationalität verwurzelt. Wenn man hingegen von Irrationalität...

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