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Feuchtwanger und Exil

Glaube und Kultur 1933-1945. «Der Tag wird kommen»

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Edited By Frank Stern

Der vorliegende Band versammelt Forschungsbeiträge und Diskussionsergebnisse der Internationalen Konferenz Exil – Glaube und Kultur: 1933-1945. «Der Tag wird kommen» (Lion Feuchtwanger), die im Frühling 2009 an der Universität Wien von der International Feuchtwanger Society und dem Institut für Zeitgeschichte der Universität Wien (Schwerpunkt für Visuelle Zeit- und Kulturgeschichte) veranstaltet wurde. Ausgehend vom Leben und Werk Lion Feuchtwangers hatte die Konferenz zum Ziel, anerkannten Forschungsarbeiten sowie neuen Theorieansätzen in der Exilforschung einen Rahmen zu geben.
Diesem Anspruch folgend widmet sich die Publikation in einem ersten Teil Lion Feuchtwangers persönlicher und schriftstellerischer Auseinandersetzung mit «Exil» als Lebensform wie auch als philosophisch-intellektuellem Begriff. Der zweite Teil befasst sich mit intellektuellen, poetischen, politischen sowie religiösen Auseinandersetzungen mit dem «Exil» in Leben und Werk von SchriftstellerInnen, KünstlerInnen und Intellektuellen. Die Beiträge im dritten Teil finden ihren Schwerpunkt in der Erforschung und Verarbeitung von «Exil» im Leben und Werk exilierter MusikerInnen wie z. B. Hanns Eisler und Eric Zeisl und Theatergrößen wie Hans Wengraf und Bertolt Brecht, oder Filmschaffenden wie Arthur Gottlein und William Dieterle.
Der Band führt unterschiedliche Forschungsprojekte und -ansätze der gegenwärtigen internationalen Exilforschung im Dialog um Lion Feuchtwanger zusammen.

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Wulf Köpke - Lion Feuchtwangers Josephus: Eine Selbstbefragung in der Krise des Exils -1

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WULF KÖPKE Lion Feuchtwangers Josephus: Eine Selbstbefragung in der Krise des Exils Ein unhandlicher Text Feuchtwanger Romantrilogie Josephus ist ein schwieriger und nicht sehr zugänglicher Text. Das ist eine Ausnahme bei einem Autor, dem man vorgeworfen hat, er schreibe zu sehr auf die Wirkung bei einem breiten Publikum hin. Richtig ist, dass Feuchtwanger sich immer wieder Gedanken gemacht hat, wie ein Text – der seine oder der von anderen AutorInnen – bei dem Publikum „ankommen“ würde. In seinem Briefwechsel mit Arnold Zweig zum Beispiel beriet er den Freund darin, welches seiner Projekte er ausführen sollte, nicht zuletzt mit dem Argument, ob ein bestimmtes Thema sich für die Veröf fentlichung in der gegenwärtigen Situation eigne. Feuchtwanger hat denn auch mit Romanen wie Jud Süß, Die Geschwister Oppermann, Goya, sogar mit dem umfangreichen Werk Erfolg, ein großes internationales Publikum erreicht, auch Bücher wie Die häßliche Herzogin, Exil, Simone, Die Jüdin von Toledo haben ihren LeserInnenkreis gefunden, und das, obwohl die Kritik, zumal die deutsche, öfter einiges daran auszu- setzen hatte. Kaum jemand hat allerdings bestritten, dass Feuchtwanger sein Handwerk verstand und imstande war, eine Handlung so aufzubauen, dass die Leser gefesselt wurden, je mehr sie in die Geschichte eindrangen, und das ohne besondere theatralische Ef fekte und eine künstliche Erzeugung der Spannung. Feuchtwanger war in der Tat „der kleine Meister“, wie ihn Heinrich Mann genannt hat. Da ist es denn auf fallend, dass die Josephus-Trilogie, Feuchtwangers längstes Werk, dem man keinesfalls...

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