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Re-forming the Nation in Literature and Film - Entwürfe zur Nation in Literatur und Film

The Patriotic Idea in Contemporary German-Language Culture- Die patriotische Idee in der deutschsprachigen Kultur der Gegenwart

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Julian Ernest Preece

In the year that Europe commemorates the centenary of the outbreak of World War I and the European Union faces a crisis of legitimacy, the national question is once again being posed across the Continent. This volume assesses how contemporary German-language writers and filmmakers have approached this troubled question over the last decade. It addresses whether the collective entity known as Germany should more properly be conflated with the Federal Republic, with its successful sixty-five-year history (‘the best Germany we have ever had’), rather than the ‘nation’ with all its tainted connotations and corrupted concepts such as ‘Vaterland’. Contemporary Germany is a product not only of its history up to 1945 but also of the process of understanding that history and acting upon that understanding since the defeat of National Socialism. Each of the sixteen essays collected here illuminates a different segment of a bigger picture, whose shape and shades are themselves evolving. Presented as a whole their purpose is to provoke further discussion among observers of the contemporary German-speaking scene.
In dem Jahr, in dem Europa den 100. Jahrestag des Ausbruchs des Ersten Weltkriegs begeht, und die Europäische Union eine Legitimitätskrise durchmacht, stellt sich in ganz Europa wieder einmal die ‘nationale Frage’. Dieser Band zeigt Antworten von deutschsprachigen Autoren und Filmemachern aus den letzten zehn Jahren. Es wird gefragt, ob es nicht passender wäre, das unter dem Namen ‘Deutschland’ firmierende Kollektiv als ‘Bundesrepublik’ zu erfassen, und somit die Idee der ‘Nation’ mit all seinen Brüchen – bis hin zum verpönten ‘Vaterland’ – zu verabschieden. ‘Das beste Deutschland, das es je gegeben hat’ zeichnet immerhin eine Erfolgsgeschichte seit 65 Jahren. Das heutige Deutschland ist ohne Zweifel ein Produkt seiner Geschichte bis 1945, aber auch von Prozessen des Verstehens und der Verständigung über diese Geschichte seit dem Ende des Nationalsozialismus. Jeder der sechzehn Beiträge in diesem Band beleuchtet ein Fragment eines größeren Bilds, das selbst ständig im Umbruch ist. Als Ganzes sollen diese Beiträge die Debatte unter Beobachtern der heutigen deutschsprachigen Welt anregen.

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GERHARD JENS LÜDEKER Die Konstruktion der Nation als Werte- und Emotionsgemeinschaft

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in deutschen DDR-TV-Events Historienfilme, die sich mit bestimmten Ereignissen aus der Vergangenheit einer Nation beschäftigen, sind besonders wirkmächtig für die Konstruktion der kollektiven Identität dieser Gemeinschaft. Denn in solchen Filmen wird auf ein Geschehen zurückgegrif fen, dass zumeist im kollektiven Gedächtnis der Nation vorhanden ist und nun neu ausgedeutet und mit Sinn belegt wird. Im Unterschied zu gegenwartsbezogenen Filmen, greifen Historienfilme nicht auf Ereignisse zu, die sich noch in einem Prozess mit unklarem Ausgang befinden und deren Bedeutung für die Nation überhaupt noch nicht entschieden ist. Historienfilme können Aspekte der Vergangenheit perspektivieren, deren Bedeutung für die nati- onale Identität einer Gemeinschaft über jeden Zweifel erhaben ist. Diese Perspektiven werden grundsätzlich vom Standpunkt der Gegenwart aus aufgebaut, wodurch auch die Funktion und die Bedeutung der histori- schen Darstellung festgelegt werden:1 Die Konstruktionen des Plots, der Figuren oder die Wahl der Ikonografie und des Genres erfolgen auf Grundlage einer Entscheidung, welche die Bedeutung der filmischen Konstruktion der Vergangenheit für die Gegenwart betrif ft. Abgesehen vom Unterhaltungswert geht es dabei um Fragen der Sinnsetzung und Deutung sowie um die soziokulturelle Funktion der Darstellung. Grundsätzlich sind zwei verschiedene Sinnsetzungen und damit verbundene Funktionen 1 Ein Historienfilm unterscheidet sich als gegenwärtige, zweckhafte Rekonstruktion der Vergangenheit in vieler Hinsicht nicht von anderen Erinnerungsformen, wie etwa dem Schreiben von Memoiren. Die medialen Bedingungen sind jedoch andere. 186 GERHARD JENS LÜDEKER denkbar: Entweder kann die Geschichte im Film so dargestellt werden, dass...

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