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W.G. Sebalds «Nach der Natur»

Eine Analyse

Series:

Andrea Fieler

W.G. Sebalds Nach der Natur. Ein Elementargedicht wurde 1988 mit sechs schwarz-weiß Fotografien des Münchener Künstlers Thomas Becker publiziert. Erst Sebalds spätere Werke Schwindel. Gefühle (1990), Die Ausgewanderten. Vier lange Erzählungen (1992), Die Ringe des Saturn. Eine englische Wallfahrt (1995) und Austerlitz (2001) erregten die Aufmerksamkeit der kritischen Öffentlichkeit. Jedoch handelt es sich bei Nach der Natur – im handwerklichsten Sinne – um das Meisterstück des Autors.
Dieses Buch setzt sich in einer konkreten und textnahen Betrachtung mit dem Gedicht Nach der Natur auseinander. Im speziellen hat es sich diese Arbeit zur Aufgabe gemacht, die unzähligen – teils versteckten, teils offensichtlichen – Hinweise, die Sebald in das Gedicht eingebaut hat, literarisch einzuordnen und zu erläutern. Die Analyse folgt dabei der Chronologie des Gedichts. Zusätzlich sind die sechs Bilder von Thomas Becker, die Teil der ursprünglichen Publikation von Nach der Naturwaren, hier reproduziert.
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Einführung

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Zu den Fotografien der Greno-Ausgabe

Die Liste der Literaturpreise und Auszeichnungen, zwei postum, mit denen Sebalds literarisches Schaffen geehrt wurde, ist lang und beinhaltet unter anderem den Möricke- und den Heinrich-Böll-Preis. In der Sekundärliteratur wird mehrfach darauf hingewiesen, dass W.G. Sebalds Erstlingswerk, denn darum handelt es sich bei Nach der Natur. Ein Elementargedicht (weiterhin auch als NN),1 gemeinhin als Stiefkind seines Oeuvres gelesen wird.2 Sebald hatte die drei einzelnen Teile „Und blieb ich am äußersten Meer“ (1984), „Wie der Schnee auf den Alpen“ (1986) und „Die dunckle Nacht fahrt aus“ (1987) erstmals in der österreichischen Literaturzeitschrift Manuskripte veröffentlicht.3 In seiner heutigen dreiteiligen Form wurde Nach der Natur im Jahre 1988 in kleiner Auflage bei der Greno Verlagsgesellschaft in Nördlingen publiziert, blieb jedoch, wie dies schon bei den Erstveröffentlichungen der Fall gewesen war, ohne größere Resonanz in der kritischen Öffentlichkeit. Dies war seinen späteren Werken Schwindel Gefühle (1990), Die Ausgewanderten. Vier lange Erzählungen (1992), Die Ringe des Saturn. Eine englische Wallfahrt (1995) und Austerlitz (2001) vorbehalten. Während seine vier umfangreichen Werke alsbald ins Englische übersetzt wurden, dauerte es bei seinem ← 9 | 10 → belletristischen Erstlingswerk bis 2002, bis die von Sebalds engem Freund Michael Hamburger erstellte Umsetzung in die Sprache von Sebalds Gastland erschien. Die Zögerlichkeit und Zurückhaltung der kritischen Rezeption dieses zugegebenermaßen schwierigen Textes wird bereits durch diese Umstände deutlich. Umso dringlicher erscheint eine grundsätzliche Auseinandersetzung mit diesem f...

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