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Die Sorben und Wenden in deutschen Konversationslexika des 19. Jahrhunderts

Cornelius Lehmann

In Sachsen und Brandenburg lebt die nationale Minderheit der Lausitzer Sorben, die auch „Wenden" genannt werden. Die Deutschen begegnen der slawischen Volksgruppe teilweise mit Vorurteilen. Der Autor fragt nach den Ursprüngen dieses Phänomens. Dafür untersucht er historische Konversationslexika, die im 19. Jahrhundert eine wichtige Medien-Gattung darstellten. Die darin enthaltenen Texte fanden Einzug in das Denken der Menschen jener Epoche. Die Auswertung des Brockhaus und anderer Nachschlagewerke zeigt, dass das Thema teilweise heftig diskutiert wurde. Die lexikalischen Darstellungen erstrecken sich von wissenschaftlichen Analysen über die slawische Besiedlung Mitteleuropas bis hin zu stereotypen Bildern einzelner Bevölkerungsteile.

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3. Quellengattung Konversationslexikon

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3.   Quellengattung Konversationslexikon

Abstract: In the 18th century, the “Hübner” and “Zedler” reference books were prevailing in German area. While the “Zedler” was a „Universalenzyklopädie“, the “Hübner” may be considered as the first „Konversationslexikon“. Among the major German-language examples of this genre there are the „Brockhaus“, “Pierer”, “Meyer” and “Herder” encyclopaedias.

3.1   Die Vorläufer im 18. Jahrhundert

Das Konversationslexikon, ein Nachschlagewerk, das inhaltlich nicht auf einen bestimmten Themen- oder Fachbereich beschränkt ist und methodisch mit ausformuliertem Text Hintergrundwissen zu den aufgeführten Schlagwörtern vermitteln soll, hat seine Anfänge im 18. Jahrhundert. Zu den wichtigsten deutschsprachigen Vertretern dieser Epoche gehört der Hübner. Bei dem Zedler wiederum, dem anderen wichtigen deutschen Nachschlagewerk des 18. Jahrhunderts, handelt es sich um eine Universalenzyklopädie. Beide Formen des Nachschlagewerkes richteten sich vornehmlich an den gebildeten Laien und vermittelten oder vertieften Sach- bzw. Allgemeinwissen.71 Klaus Mathias unterscheidet die beiden Literaturtypen folgendermaßen: „Das Konversationslexikon stellt das gesamte Wissen dar, steht der Enzyklopädie aber in der Detailtiefe und meist auch im Umfang nach. Seine Eigenart ist die Nähe zum Leben und den darin verhafteten Interessen seiner Nutzer. Die Grenze zur Universalenzyklopädie ist fließend.“72 Ferner weist Mathias darauf hin, dass das Konversationslexikon eigentlich nur vom späten 18. Jahrhundert bis zum frühen 20. Jahrhundert auftrat. Danach habe es ← 49 | 50 → sich um „Universalenzyklopädien oder umfangreiche Universallexika“ gehandelt, die nur die Bezeichnung Konversationslexikon...

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