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Die Sorben und Wenden in deutschen Konversationslexika des 19. Jahrhunderts

Cornelius Lehmann

In Sachsen und Brandenburg lebt die nationale Minderheit der Lausitzer Sorben, die auch „Wenden" genannt werden. Die Deutschen begegnen der slawischen Volksgruppe teilweise mit Vorurteilen. Der Autor fragt nach den Ursprüngen dieses Phänomens. Dafür untersucht er historische Konversationslexika, die im 19. Jahrhundert eine wichtige Medien-Gattung darstellten. Die darin enthaltenen Texte fanden Einzug in das Denken der Menschen jener Epoche. Die Auswertung des Brockhaus und anderer Nachschlagewerke zeigt, dass das Thema teilweise heftig diskutiert wurde. Die lexikalischen Darstellungen erstrecken sich von wissenschaftlichen Analysen über die slawische Besiedlung Mitteleuropas bis hin zu stereotypen Bildern einzelner Bevölkerungsteile.

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6. Quellen und Autoren: Zum Hintergrund der Sorben- und Wenden-Artikel

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6.   Quellen und Autoren: Zum Hintergrund der Sorben- und Wenden-Artikel

Abstract: Nowadays it is difficult to find out the authors of historic encyclopaedia articles. As for the “Pierer”, however, the names of the authors coming from the Altenburg region can be indicated. These authors and their colleagues from other publishing houses were able to rely on a number of German sources from the 18th century – and, from the beginning of the 19th century, also on Sorbian ones.

6.1   Problemstellung: Mangelnde Quellen- und Autoren-Hinweise

Um die Sorben- und Wenden-Artikel der vier großen Konversationslexika des 19. Jahrhunderts angemessen analysieren zu können, muss nach den jeweiligen Autoren und ihren Quellen gefragt werden. Dieses Unterfangen ist nur ansatzweise durchführbar, da einzig der Pierer (und das auch nicht in all seinen Auflagen) Autoren angegeben hat. Quellen oder Literatur-Verweise wurden – systematisch und vermehrt – erst ab dem mittleren 19. Jahrhundert in den untersuchten Artikeln angegeben. Zuvor stellten Hinweise auf vereinzelte Schriften oder Autoren eine Ausnahme dar. Zunächst verwendet der Pierer ab der zweiten Auflage (1846) in den Artikeln Wendische Mythologie und Wendische Sprache Literaturhinweise.257 Erst zwei Auflagen später (1865) gibt er auch für Sorben und Wenden Quellen an. Nach ersten Hinweisen auf sorbisches Schriftgut (von Jan Arnošt Smoler und Joachim Leopold Haupt) in der zehnten Auflage verweist der Brockhaus ab der elften Auflage (1868) konsequent auf Literatur zu den Artikeln Sorben und Wenden.258 Im Meyer ist der erste Literaturhinweis 1867...

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