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Mündliches und schriftliches Handeln im Deutschunterricht

Wie Themen entfaltet werden

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Ulrike Behrens and Olaf Gätje

Der Band thematisiert die Ausbildung mündlicher und schriftlicher Themenentfaltungsmuster von Schülern im Deutschunterricht. Erzählungen, Beschreibungen, Instruktionen, Argumentationen und Berichte sind im kommunikativen Alltag einer Gesellschaft die Grundformen der thematischen Entfaltung komplexer sprachlicher Äußerungen. Sie werden sowohl schriftlich als auch mündlich realisiert. Im schulischen Deutschunterricht sind solche Themenentfaltungsmuster tradierte didaktische Gattungen des Aufsatzunterrichts und auch im Kompetenzbereich „Sprechen und Zuhören" soll die mündliche Realisierung dieser Muster vermittelt werden. Aber gelten für mündliches Berichten, Argumentieren, Instruieren usw. dieselben Anforderungen wie beim Schreiben? Oder muss man abhängig von der sprachmedialen Realisierung von verschiedenen Mustern mit gleichen Labels ausgehen? Die Beiträge dieses Bandes erkunden das Feld aus textlinguistischer und sprachdidaktischer Sicht neu.

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Wenn es um den Umgang mit und das Verfassen von Texten geht, dann sind aktuell drei eng miteinander zusammenhängende globale Erkenntnisinteressen in der deutschdidaktischen Theoriebildung und Forschung prägend: erstens ein linguistisches Interesse an der Beschreibung spezifischer Merkmale von Gruppen mündlicher und schriftlicher Texte, zweitens die Frage nach dem Einfluss der Medialität auf Ausprägungen dieser Merkmale, drittens schließlich die Frage nach den spezifischen Formen, in denen insbesondere im Bereich mündlicher Kommunikation Bedeutung kodiert wird. Die Beiträge dieses Bandes adressieren unterschiedliche Überschneidungspunkte dieser drei Perspektiven, die im Folgenden knapp erläutert und auf bestehende wissenschaftliche Diskurse bezogen werden sollen.

Zunächst ist die linguistische Beschreibung von Schrifttexten bzw. von rekurrenten textuellen Mustern und Merkmalen zu nennen, denn für das Lehren und Lernen des rezeptiven und produktiven Umgangs mit Texten, für das Diagnostizieren und Fördern von Textkompetenzen bei Schülerinnen und Schülern sind theoretisch fundierte Kenntnisse der Phänomenstrukturen von Texten notwendig. Die in dem vorliegenden Band vorgenommene Fokussierung auf die sprachwissenschaftliche bzw. textlinguistische Beschreibungskategorie Themenentfaltungsmuster ist aus sprachdidaktischer Sicht sinnfällig, spiegeln sich in den sog. „Grundformen thematischer Entfaltung“ (Brinker 2010, S. 56–77) doch im Wesentlichen die auch im schulischen Schreibunterricht tradierten Aufsatzformen wider.

Die textstrukturelle Beschreibungskategorie der Themenentfaltungsmuster wurde in den vergangenen ca. 40 Jahren im Kontext unterschiedlicher sprachtheoretischer Ansätze und daraus resultierender Annahmen über Merkmale und theoretische Begründungbarkeit dieser Muster entwickelt. So sind die von Brinker (2010) unterschiedenen Grundformen...

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