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Evolutionär orientierte Bioethik im Zeitalter der Life-Sciences

Einführung in die nichtmedizinische Bioethik aus hermeneutisch-phänomenologischer Perspektive

Bernhard Irrgang

Der Autor entwirft einerseits eine Bioethik für den nichtmenschlichen Bereich, die die naturwissenschaftliche Zugangsweise der Evolutionsforschung insbesondere ethologischer Art (Verhaltensforschung) mit der molekularbiologischen Rekonstruktion des Lebendigen verbindet. Er konkretisiert andererseits den Gerechtigkeitsgrundsatz einer Gleichbehandlung unter vergleichbaren Umständen. Dies geschieht mithilfe des empirisch modellierbaren Kriteriums anwachsender Komplexität der Möglichkeiten von Lebewesen zu intelligentem Sozialverhalten. Damit setzt er sich von den bisherigen utilitaristischen und anthropomorphen Kriterien wie Schmerzempfindungsfähigkeit, Glück, Lebenswillen, Interessen oder Tierwürde ab.

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4. Konkretisieung der Umweltethik für natürliche, gentechnisch veränderte und synthetische Mikroorganismen

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4.  Konkretisieung der Umweltethik für natürliche, gentechnisch veränderte und synthetische Mikroorganismen

Im Orient wurden Mikroorganismen unbewusst bereits seit prähistorischen Zeiten zur Haltbarmachung von Lebensmitteln pflanzlicher und tierischer Herkunft verwendet. Inschriften aus der Zeit um 3000 v.Chr. belegen, dass die Ägypter bereits das Brauen von Bier beherrschten, eine Fertigkeit, die sie wahrscheinlich von den Babyloniern übernommen hatten. Erfolgt bei der Herstellung eines Lebensmittels ein wesentlicher Arbeitsschritt mit Hilfe von Mikroorganismen, so wird hierbei von einer Fermentation und bei den auf diesem Wege hergestellten Produkten von fermentierten Lebensmittel gesprochen. Geprägt wurde der Begriff der Fermentation durch Louis Pasteur. Als wichtigste Fermentationsverfahren, die heute sowohl handwerklich wie auch großtechnisch bei der Herstellung von Lebensmitteln eingesetzt werden, sind die Milch- und Essigsäuregehrung die alkoholische Gärung sowie der Einsatz spezieller Schimmelpilze zu nennen (vgl. Brickwedde u. a. 2003, 260f).

Im Jahr 1973 wurde erstmals der gezielte Transfer genetischer Information über Artengrenzen hinweg beschrieben. Dies wurde der Grundstein einer neuen Industrie. Bereits im Jahr 1976 kam es zur Gründung eines ersten Unternehmens, die Firma Genentech, die 1978 das Insulingen des Menschen klonierte, das vier Jahre später mithilfe transgener Mikroorganismen in Produktion ging. Der Fortschritt in der Gentechnologie hat zu neuen Produktionsverfahren geführt (vgl. Heiden u. a. 2001, 222). Mit etwa Zwei Drittel am Gesamtvolumen der gentechnologisch hergestellten Erzeugnisse machen Pharmaprodukte den Löwenanteil an gentechnologisch hergestellten Produkten aus (bedeutendstes Produkt Humaninsulin mit ca. 90% Anteil der Herstellung...

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