Show Less
Restricted access

Kommentare zum Buch Rut von Josef Kara

Editionen, Übersetzungen, Interpretationen – Kontextualisierung mittelalterlicher Auslegungsliteratur

Series:

Ingeborg Lederer-Brüchner

Dieser Band versammelt verschiedene hebräische Kommentarfassungen zum Buch Rut, die dem Exegeten Josef Kara im 11. und 12. Jahrhundert in Nordfrankreich zugeschrieben werden können. Diese Kommentare sind textkritisch ediert, ins Deutsche übersetzt und detailreich analysiert. Im Kontext mittelalterlicher Bibelauslegung erörtert die Verfasserin die Kommentare. Dabei diskutiert sie die Verwendung sogenannter Glossenkommentare ebenso wie Fragen nach der Autorschaft mittelalterlicher Kommentare, ihre Bearbeitungen und die in den Kommentaren verwendeten Auslegungsarten. Besonders geht die Verfasserin auf die Rolle rabbinischer Traditionsliteraturen ein und behandelt philologische Grundlagenfragen. Durch die Studien der vorliegenden Kommentare ergibt sich eine neue Sicht auf mittelalterliche jüdische Bibelauslegung. Die Ausführungen beruhen auf Kommentaren zum Buch Rut in acht Manuskripten (z.B. Staatsbibliothek zu Berlin – Preußischer Kulturbesitz Ms.or.fol.1221, London – The British Library Add. 22413 und Zürich – Zentralbibliothek Ms Or 157), die durch Abbildungen veranschaulicht werden.
Show Summary Details
Restricted access

19. Glossar

Extract

19. Glossar

19.1. Definitionen häufig auftretender Begriffe

• Auslegung – Erklärung, Exegese, Interpretation. Diese Begriffe werden als Synonyme verwendet, z. B. Bibelauslegung, Bibelexegese, Bibelinterpretation.

• Kompilations-Kommentar/Kompilationskommentar – Kommentar zu einem bestimmten Text, der durch Kompilation entstanden ist.

• Lemma – ausgelegter Vers oder Versteil, der erläutert wird.

• Literarisch, literartur-bezogen – Sichtweise auf die Bibel als Literaturwerk, Auslegungen bezogen auf literarische Eigenschaften, im Gegensatz zu z. B. grammatischen oder midrashischen Erklärungen.

• Nordfranzösische Schule/Rashis Schule – Rashis Schüler und Kollegen, z. B. Kara, Rashbam u. a., vor allem jene, die selbst kommentierten.

• Rabbinische Literatur – Die Begriffe “rabbinische Literatur” und “Traditionsliteratur” werden in der vorliegenden Arbeit nicht stark voneinander abgegrenzt. Als Rabbinische Literatur wird bezeichnet: Midrash, Mishna, Talmudim: משנה Mishna; תוספתא Tosefta; מסכתות קטנות Masekhtot Ketanot; תלמוד בבלי Talmud Bavli; תלמוד ירושלמי Talmud Jerushalmi; מדרשי הלכה Midrashei Halakha; מדרשי אגדה Midrashei Aggada; Anthologien wie Yalkutim.

• Rezipient – Person oder Personengruppe, a) an die sich der Kommentar richtet, bzw. für die der Kommentar bestimmt ist, b) Hörer- oder Leserschaft, die in welcher Form auch immer Kenntnis vom Inhalt des Kommentars erhält (z. B. im gemeindlichen Vortrag hört, oder beim Studium liest). c) Durch die Lektüre des Kommentars wird der derzeitige Leser zum Rezipienten.

• Traditionsliteratur – überlieferte jüdische Auslegungen, die bereits vorhanden sind und zur Erklärung des Bibeltextes verwendet werden, vgl. “rabbinische Literatur”.

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.