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Grundbildung

Bildung mit Mehrwert

Edited By Marie-Louise Rendant

Das noch schemenhafte Gebilde Grundbildung wird in diesem Buch mit all seinen Facetten und unterschiedlichen Erscheinungsformen dargestellt. Grundbildung hat in den letzten Jahren sehr an Publicity gewonnen. Für viele steht sie jedoch im Schatten der Allgemeinbildung. Dies zu Unrecht: Denn Grundbildung steht für zweckgebundenes und anwendbares Wissen und zielt damit auf die soziale und berufliche Teilhabe. Der Leser erfährt Wichtiges über die Abgrenzung zur Allgemeinbildung, über den Mehrwert und die politische Weichenstellung, über Rahmencurricula und methodische Ansätze und erhält interessante Arbeitshilfen für die Bewerbung von arbeitsorientierter Grundbildung. Grundbildung stellt sich bei dieser umfassenden Betrachtung als dynamisch und zweckgebunden, relevant und interessant heraus.

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Arbeitsplatzorientierte Grundbildung – der, die, was, wieso, weshalb, warum und vor allem WIE?

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Arbeitnehmer mit Grundbildungsbedarf

Obwohl die leo – Level One Studie der Uni Hamburg bereits 2011 veröffentlicht wurde1, durch weitere Untersuchungen differenziert und durch die Studie der Stiftung Lesen2 bezüglich des schriftsprachlichen Kompetenzverlustes älterer Arbeitnehmer 2015 ergänzt wurde, ruft es noch immer bei den unterschiedlichsten Gesprächspartnern Erstaunen hervor, wenn sie hören, dass mehr als 7 Mio. Erwachsene in Deutschland kaum oder nicht richtig lesen und/oder schreiben können, obwohl sie hier zur Schule gegangen sind. Die Erstaunten wissen nicht, dass betroffene Personen es im Laufe der Zeit vermeiden, überhaupt zu lesen und zu schreiben und auf diese Weise immer unsicherer und zögerlicher werden und allmählich sogar Gekonntes vergessen. Ihre Sorge, und die damit einhergehende psychische Belastung, dass jemand ihre Lese-/ Rechtschreibschwierigkeiten bemerken könnte, werden im Laufe der Zeit immer größer. Sie vermeiden deshalb soziale Kontakte, weil die unzureichende Schriftsprachkompetenz dort während gemeinsamer Aktivitäten vielleicht eher auffällt. Wo immer sie sind – sie erfinden Ausreden, wenn es ums Lesen und Schreiben geht, und die Angst vorm Verlust des Arbeitsplatzes wird immer größer, selbst wenn sie dort sogenannte Helfer haben. In der Regel trauen sie sich nicht, Kollegen oder Vorgesetzte um Unterstützung zu bitten. Ihre Sorge wächst, dass sie u.U. den wachsenden Anforderungen am aktuellen Arbeitsplatz nicht mehr gewachsen sind, die Angst vor Versetzung aufgrund der sich wandelnden Arbeitswelt steigt. Intern angebotene Arbeitsplätze mit Aufstiegspotential werden von ihnen abgelehnt. Obwohl wissenschaftliche ← 29 | 30 → Untersuchungen nachgewiesen...

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