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Das Frankoprovenzalische in Italien, Frankreich und der Schweiz

Sprachkontakt und Mehrsprachigkeit im Dreiländereck

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Heike Susanne Jauch

Das Aostatal, das Wallis und Savoyen sind nicht nur Teil des domaine francoprovençal, sondern sie verbindet auch eine gemeinsame Geschichte und Sprache: das Frankoprovenzalische. Die Studie untersucht den Sprachkontakt Frankoprovenzalisch–Italienisch–Französisch, für den sich nicht mehr von einer Diglossie sprechen lässt, sondern von einer Pluriglossie. Es handelt sich um eine vertikale und konvergente Sprachkontaktsituation. Die Autorin beschreibt die Sprachdynamik zwischen den drei Sprachen sowie den Status und die Vitalität des Frankoprovenzalischen anhand einer auf den Konzepten E. Coserius und Th. Stehls sowie auf empirischen Daten basierenden Analyse. Die empirischen Daten kategorisiert und analysiert sie mittels der Beschreibungsebenen Kompetenz der Variation, Pragmatik der Variation und Linguistik der Variation.

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7. Linguistik der Variation ,érgon‘

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7.   Linguistik der Variation ‚érgon‘

Auch in diesem Kapitel soll an der Dreiteilung (also Aostatal, Savoyen/Haute-Savoie, Wallis) festgehalten werden, jedoch unterscheiden sich die sprachlichen Charakteristika in der Weise, dass bei einem Gebiet Auffälligkeiten im Bereich der Lexik überwiegen, bei einem anderen Gebiet vielmehr morphosyntaktische Charakteristika etc.

7.1   Interferenzen im phonetisch-phonologischen Bereich

7.1.1   Das Aostatal

Im Aostatal gaben alle Informanten an, dass vor allem bei der jungen Generation und bei Sprechern, die das Italienische als Erstsprache haben, der jeweilige patois im phonetisch-phonologischen Bereich molto italianizzato sei:

„La pronuncia è difficile perché noi… diciamo essendo già francofoni di nascita diciamo di… di… di lunga cultura, noi il patois è difficile che non lo parliamo bene. Ovviamente che un italiano lo capisci che non è patoisant dalla pronuncia ovviamente perché non ha sta pronuncia sciolta del patois, del francese. L’italiano magari rimane un po’ più… diciamo un po’ più sulle sue e si sente subito ovviamente.“ (weiblich, 60 Jahre, Herbergsbetreiberin, Bionaz)

Die Feinheiten und spezifischen Charakteristika der patois valdôtains, wie u. a. die komplexen Realisierungsmöglichkeiten der jeweiligen Vokale und Konsonanten, werden seitens der Sprecher „unterschlagen“ und die Struktur des Italienischen auf den patois übertragen.

Im umgekehrten Fall konnte vor allem bei der Altersgruppe III (60+ Jahre) festgestellt werden, dass, sobald sie Italienisch sprechen, der Konsonant r als uvulares [ʁ] realisiert wird. Die Aussprache [ʁ] ihres jeweiligen patois wird somit auf das Italienische übertragen.

7.1.2   Das...

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