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Veränderung und Innovativität in der deutschen Kreditwirtschaft

Eine institutionenökonomische Analyse im Kontext der Vereinbarkeit von Beruf und Familie

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Tanja Leicht

Die Autorin prüft, wie gut die deutsche Kreditwirtschaft die Herausforderungen des demographischen Wandels bewältigt. Die veränderte Altersstruktur und neue Kundenbedürfnisse bedingen eine unternehmerische Anpassungsfähigkeit der Kreditinstitute. Die empirische Untersuchung beschäftigt sich mit der Innovativität des dreigliedrigen Bankensystems explizit im Bereich der Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Erstmals stellt die Autorin nach Bankengruppen differenzierte und vergleichbare Ergebnisse im konkreten Umgang mit dieser Veränderung auf. Sie klärt, welche Bankengruppen günstigere strukturelle Voraussetzungen für Unternehmensveränderungen haben und welche Sektoren der Kreditinstitute bei der Bewältigung der Vereinbarkeit von Beruf und Familie bereits erfolgreicher und innovativer sind. Die Ergebnisse liefern einen Überblick über die Unterschiede zwischen den Bankengruppen und können als Basis zur Planung künftiger Veränderungsprozesse genutzt werden.

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Teil I: Grundproblematik

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Teil I:     Grundproblematik

1   Einleitung

1.1   Ausgangslage

Gegenstand der Untersuchung ist der Umgang der im Dreisäulensystem der deutschen Kreditwirtschaft beheimateten Kreditinstitute mit Unternehmensveränderungen im Wirtschaftsgeschehen. Die vorliegende Arbeit hat das Ziel, Unterschiede in der aktiven Gestaltung von Veränderungsprozessen und der Innovativität in den drei Banksektoren herauszuarbeiten. Bezugspunkt der Analyse ist der nicht nur im Bankensektor zentrale Veränderungsprozess der Vereinbarkeit von Beruf und Familie.

Das Dreisäulensystem des deutschen Bankensektors ist historisch gewachsen. Es untergliedert sich in die Säulen der privatwirtschaftlichen (Kreditbanken), der gemeinwirtschaftlichen bzw. gemeinnützigen, öffentlich-rechtlichen (Sparkassen) sowie der genossenschaftlichen (Kreditgenossenschaften) Kreditinstitute.1 Die zentralen Merkmale zur Unterscheidung dieser Institutsgruppen sind „die Rechtsform, die Bilanzsumme, die Mitarbeiterzahl, die Ausrichtung des Aktivgeschäfts und des Passivgeschäfts, der Geschäftszweck sowie die Eigentümerstruktur“ (SVR, 2008, S. 84).2 Die Betrachtung der Mitarbeiterzahl beispielsweise zeigt, dass bei einer Gesamtanzahl von 1.990 Kreditinstituten im Jahr 2014 (Bankenverband, 2015) das gesamte Kreditgewerbe Arbeitgeber für 640.050 Beschäftigte (AGVBanken, 2015a) gewesen ist. Gemessen an der Beschäftigtenzahl des gesamten deutschen Arbeitsmarktes im Jahr 2015 von durchschnittlich 43,0 Millionen Menschen3 (Statistisches Bundesamt, 2016) sind dies knapp 1,5 % aller Erwerbstätigen in Deutschland. Hiervon waren im Jahr 2015 46 % der Mitarbeiter aller Kreditinstitute in der öffentlich-rechtlichen Säule und etwas mehr als 25 % bei der Säule der Kreditbanken sowie der Säule der Kreditgenossenschaften beschäftigt (AGVBanken, 2015a). ← 19 | 20 →

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